Spruchbanderklärung 25. Spieltag

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„Härtere Strafen für Gewalt gegen Polizisten? Kennzeichnungspflicht und unabhängige Überwachungskommission jetzt!“

Härtere Strafen für Gewalt gegen Polizisten fordert ein aktueller Gesetzentwurf der Bundesregierung. Begründet wird dies mit der angeblichen Zunahme von tätlichen Angriffen gegen Polizisten. Wie beispielsweise dieser Monitor-Beitrag zeigt, ist die Zahl jedoch rückläufig und der Gesetzentwurf eher dazu geeignet, Deutschland weiter in Richtung Polizeistaat zu entwickeln. Wir fordern die Streichung dieses Gesetzentwurfes und stattdessen endlich eine Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte (wie im Koalitionsvertrag der grün-roten Landesregierung versprochen) und eine unabhängige Überwachungskommission, damit bei Verfahren wegen Polizeigewalt nicht Kollegen gegen Kollegen ermitteln. Straftaten gegen Polizisten werden schon heute konsequent verfolgt und bestraft, Straftaten durch Polizisten jedoch in aller Regel nicht!

Siehe auch: Fischer im Recht & AMNESTY INTERNATIONAL, Netzpolitik.org

Spruchbanderklärung zum DFB-Pokal

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Auch wenn wir mit der Terminierung unseres Gastspiels in Reutlingen nicht meckern konnten, wollten wir mit weiteren Fangruppen aus Deutschland auf die teilweise fanunfreundlichen Spielansetzungen des DFB in der ersten Runde des Pokals aufmerksam machen. So mussten unsere Freunde von Hertha B.S.C. an einem Montagabend im knapp 400km entfernten Bielefeld um 18.30 Uhr antreten oder die Fans aus Mainz Sonntags um 20.30 Uhr im 600km entfernten Cottbus.

FÜR FANGERECHTE ANSTOSSZEITEN – AUCH IM DFB POKAL!

Spruchbanderklärung zum 32. Spieltag

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Beim polnischen Fünftligaspiel zwischen Concordia Knurów und Ruch Radzionkow am 2. Mai 2015 kam es zu Ausschreitungen zwischen Fans der beiden Mannschaften. Die Polizei setzte Gummigeschosse ein und traf damit den 27-jährigen Dawid, der noch am gleichen Tag seinen Verletzungen erlag.

Das Vorgehen der polnischen Polizei gilt allgemein als brutal und willkürlich. Der Tod Dawids ist die traurige aber logische Konsequenz daraus.

Wir fordern die Aufklärung der Vorfälle vom 2. Mai 2015 und dass Gummigeschosse bei Fußballspielen in Polen verboten werden und in Deutschland verboten bleiben.

Die Tötung eines Menschen ist durch keine Ausschreitungen zu rechtfertigen.

Gerechtigkeit für Dawid – Dawid ruhe in Frieden!

Weitere Informationen zum Thema Gummigeschosse bei Fußballspielen findet ihr in der Stellungnahme der Schwarz-Gelben Hilfe Dresden.

Spruchbanderklärungen zum 20. Spieltag

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„Strafe muss sein“ – diese alte Formel ist so simpel wie einleuchtend. Ein einfaches Beispiel verdeutlicht dies: Ist der Grund für viele Unfälle Alkohol am Steuer, so wird die Strafe für Trunkenheit im Straßenverkehr erhöht.

Fallen Fußballfans wiederholt negativ auf, werden dementsprechend auch die Strafen für die betreffenden Vereine erhöht. Die Konsequenz erscheint logisch, ist es aber nur bedingt.

Die Strafen, welche der DFB in letzter Zeit gegenüber verschiedenen Vereinen aufgrund vermeintlichen Fehlverhaltens von Fußballfans ausgesprochen hat, sind regelrecht explodiert. Dabei stechen zwei Beispiele besonders heraus, auf die die Spruchbänder vom vergangenen Spieltag aufmerksam machen sollten: Die dritte (!) Mannschaft des Hamburger SV wurde mit einer Geldstrafe von 150€ belegt, weil Fans bei einem regionalen Hallenturnier eine Werbebande verschoben haben sollen. Inwiefern hier eine Strafe notwendig ist, sei dahingestellt. Noch fragwürdiger ist die Strafe aus Erfurt: Beim Abschiedsspiel im Steigerwaldstadion hatten Erfurter Fans eine Pyroaktion bei Stadt, Feuerwehr und Polizei angemeldet, die auch von allen Seiten genehmigt worden war. Das betreffende Freundschaftsspiel gegen den FC Groningen fand nicht einmal unter Aufsicht des DFB statt, was diesen jedoch nicht daran hinderte, eine Geldstrafe von 20.000€ gegen Rot-Weiß Erfurt auszusprechen – für einen Drittligisten eine kaum aufzubringende Summe. Der Verein hat bereits angekündigt, gegen die Strafe vorzugehen.

Unglücklich ist in diesem Zusammenhang vor allem, dass die beginnende öffentliche kontroverse Diskussion zum Thema Pyrotechnik praktisch verpufft ist. Die Strafen stehen nun im Vordergrund, ob es sich beim Einsatz von Pyrotechnik tatsächlich um ein Verbrechen handelt, scheint nicht mehr ansatzweise diskussionswürdig. Dabei steht für uns fest: Pyrotechnik ist kein Verbrechen! Ein Dialog mit den Befürwortern von Pyrotechnik hat aber schon lange nicht mehr stattgefunden.

Wir fordern den DFB zu einem sinnvolleren Umgang mit den von ihm verhängten Strafen auf. Darüber hinaus fordern wir die Vereine dazu auf, mutig gegen fragwürdige Sanktionen des DFB vorzugehen. Die Beziehung zwischen Vereinen und DFB sollte demokratisch sein. Kritischer Meinungsaustausch ist dabei wünschenswert, nur so kann ein für alle Seiten zufriedenstellender Konsens erreicht werden. Aktuell scheint diese Beziehung jedoch nur aus Diktat und Hörigkeit zu bestehen.

Spruchbanderklärungen zum 19. Spieltag

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Zwei Solidaritätsspruchbänder für die Bad Blue Boys aus Zagreb, die momentan durch den Staat, den Fußballverband (HNS) und den Präsidenten ihres Vereines (Mamic) mit massiven Repressionen belegt werden, mit dem Ziel die Gruppe aus den Stadien zu vertreiben.
Dies geschieht durch Ausreise- oder Stadtverbote, aber auch durch Haftstrafen und andere, völlig unverhältnismäßige Strafen. Mit diesen Spruchbändern wollten wir zum einen unsere Solidarität zu den Bad Blue Boys bekennen, aber auch darauf aufmerksam machen, dass derartige Szenarien auch hier zu Lande zur gängigen Praxis werden können.

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Dieses Spruchband greift die Thematik der 50+1 Regel auf. Unser Karlsruher Sport-Club Mühlburg-Phönix e.V. muss für immer ein mitgliederbestimmter Verein bleiben. Dietmar Hopp durfte mit Genehmigung der DFL die Mehrheit bei der TSG Hoffenheim übernehmen und kann nun über diesen Verein nach Belieben verfügen. Negativbeispiele, wo Mäzen ganze Vereine umkrempeln gibt es zur Genüge, wie Manchester United oder Paris SG. Auch das Beispiel des Hamburger SV sollte zu denken geben. Hier wurde extra eine Ausgliederung der Profimannschaft beschlossen, um finanzstarke Investoren anzulocken. Nach dem Beschluss zog der größte Investor sein geplantes Engagement zurück und man steht vor einer ungewissen Zukunft. Es ist wichtiger denn je, an der 50+1-Regel festzuhalten, damit die Vereine nicht zum Spielball von Investoren werden. Die Vereine gehören den Mitgliedern, nicht einem Investor!
50+1 erhalten und konsequent durchsetzen!