Wie man ein künstliches Horror-Szenario heraufbeschwört, Teil 3

Wir mussten in der Vergangenheit die Erfahrung machen, dass sich unsere Spiele nicht selten dafür instrumentalisieren lassen, sie als künstliches Horror-Szenario darzustellen, die den Spieltag und die Nachberichterstattung erheblich behindern und mit falschen Tatsachen überhäufen. Was sich aber im Vorfeld der gestrigen Partie gegen den SV Sandhausen abgespielt hat, überraschte selbst uns und lässt zahlreiche offene Fragen zurück. Das Horror-Szenario wurde diesmal innerhalb kürzester Zeit konstruiert. Wir müssen die Uhr hierfür gerade einmal knapp zwei Wochen zurückdrehen.

Erster Vorbote des Horror-Szenarios war hierbei die Deklarierung der gestrigen Partie zum Hochrisikospiel. Das Ganze war für uns sehr irritierend, da zu den wenigen Fans des SV Sandhausen überhaupt keine besondere Beziehung besteht. Im Gegenteil: Sandhausen und Umgebung ist Miteinzugsgebiet zahlreicher KSC-Fans und es ist allgemein bekannt, dass diese in der Region deutlich in der Überzahl sind. Darüber hinaus gab es mit der aktiven Karlsruher Fanszene in Sandhausen nie Probleme, Ausschreitungen oder Ähnliches. Selbst Pyrotechnik, was gerne fälschlicherweise synonymisch als „Randale“ bezeichnet wird, wurde noch nie in Sandhausen gezündet. Die Situation wurde von den Verantwortlichen dementsprechend völlig falsch im Vorfeld eingeschätzt. Wo genau der Mehrwert unserer sogenannten szenekundigen Beamten bleibt, ist hierbei fraglich.

Die Deklarierung als Hochrisikospiel zog naturgemäß einige Verbote seitens des Vereins SV Sandhausen mit sich: So wären für uns eine Choreo, Schwenkfahnen, Doppelhalter, Zaunfahnen, Trommeln und Megafone verboten gewesen. Als einziger Grund wurde hierfür angegeben, dass in einem vergangenen Spiel von Gästefans angeblich ein Bierbecher auf das Spielfeld geworfen wurde. Wie aber etwa ein Verbot von Zaunfahnen oder Trommeln das Werfen von Bierbechern einschränken soll, ist uns rätselhaft. Dass die Verbote völlig überzogen waren, scheint zumindest dem DFB aufgefallen zu sein. Auf dessen Druck hin wurden für das Spiel schlussendlich zumindest Trommeln und Megafone erlaubt.

Mit ungutem Gefühl fuhren wir folglich gestern nach Sandhausen und trafen uns wie jedes Jahr an einer nahegelegenen Gaststätte, um der katastrophalen Parksituation am Stadion aus dem Weg zu gehen und legten den restlichen Weg zu Fuß zurück. Dabei wurden wir auch in den vergangenen Jahren von der Polizei begleitet. Was sich aber gestern kurz nach Abmarsch ereignete, ist erneut völlig irritierend. An einem nahegelegenen Friedhof wartete eine komplette BFE-Einheit in voller Montur sowie mit Vermummung auf uns und kesselte uns ein. Ohne Angabe von Gründen mussten wir mehrere Minuten warten und wurden dann zunächst sehr straff und abgeschirmt ans Stadion begleitet. Das Auftreten der Beamten war äußerst aggressiv und vor allem nervös. Die 2 Liter Pfefferspray-Dose hatten die meisten bereits im Anschlag. Es scheint fast so, als ob den Beamten eingeschärft wurde, hier übertrieben hart aufzutreten um ein mögliches Fehlverhalten unsererseits zu provozieren. Zu diesem kam es logischerweise nicht und nach der Hälfte der Strecke waren die Polizeiketten um uns auch nicht mehr allzu eng, da die Beamten realisierten, dass von uns überhaupt keine Gefahr ausging.

Gegen 13:10 Uhr erreichten wir schließlich das Stadion. Das Bild, dass sich uns hier bot, ließ uns nicht zuversichtlich werden, dass wir das Spiel überhaupt noch sehen sollten. Denn die Polizei hatte mehrere „Zelte“ aufgebaut. Was in der Berichterstattung auf sport1 lapidar als „intensivere Kontrollen“ abgetan wurde, trifft den Hintergrund dieser Zelte nicht ansatzweise: Denn hier drin werden sogenannte Nacktkontrollen von den Beamten durchgeführt um sicherzugehen, dass Fans keine verbotenen Gegenstände ins Stadion schmuggeln. Dabei muss man sich vor mehreren Beamten komplett nackt ausziehen, gewisse Dehnübungen machen und sich gegebenenfalls noch in den Allerwertesten schauen lassen. Dieses Prozedere kommt für gewöhnlich vor der Einweisung in ein Gefängnis, bei Terrorverdächtigen oder Drogenschmugglern zum Einsatz. Dass normale Fußballfans sich dessen vor Eintritt in ein Stadion unterziehen müssen, ist völlig grotesk und für uns in keinster Weise tragbar.

In der BRD gilt eigentlich die Unschuldsvermutung, aber diese wird mit solch einer Untersuchung scheinbar außer Kraft gesetzt. Es ist umso erschreckender, dass sich andere KSC-Fans dieser Nacktkontrolle hingaben, denn diese wurden offensichtlich nicht nur bei uns, sondern auch bei anderen Fans durchgeführt. Wir ließen uns – wie bei jedem anderen Spiel auch – von den Ordnern des gastgebenden Vereins zunächst einer Kontrolle unterziehen, die das Abtasten sowie das Durchsuchen der Taschen und der mitgeführten Gegenstände umfasst. Hier war mit den Ordnern bereits geklärt, dass sie uns naturgemäß außerhalb der Zelte vor Einlass ins Stadion kontrollieren können, wir aber die scheinbar bevorstehenden Nacktkontrollen entschieden ablehnen würden. Die scheinbar geklärte Lage wurde jedoch plötzlich brisant, als die vermummten Polizisten sich uns nach der regulären Kontrolle in den Weg stellten und forderten, dass wir uns nun alle den Nacktkontrollen unterziehen müssen. Wir entschieden uns daher geschlossen, an dieser menschenunwürdigen Untersuchung nicht teilzunehmen und traten den Heimweg an. Von den bereits erwähnten Punkten abgesehen, wäre so ein Vorgehen mit allen ca. noch 500 wartenden KSC-Fans vor dem Stadion auch zeitlich unmöglich gewesen.

Die Krönung des Tages war schließlich der Weg zurück an unsere Autos. Diesmal war es die Polizei, die offensichtlich irritiert war, dass wir keine Auseinandersetzungen suchten, und auf dem Marsch zurück völlig nervös und im System eines herumschwirrenden Hühnerhaufens versuchte, sämtliche Straßen abzuriegeln.

Einen verheerenden Abschluss fand diese ganze Farce schließlich in der Berichterstattung auf sport1: Die Nacktkontrollen wurden als „intensivere Kontrollen“ abgetan und Reporter und Polizeieinsatzleiter suggerierten mit ihren Aussagen, dass aufgrund der Tatsache, dass wir diese Nacktkontrollen nicht über uns ergehen lassen wollten, wir auch etwas zu verbergen hätten. Diese Logik ist fatal: Sie setzt die Unschuldsvermutung außer Kraft und beinhaltet de facto, dass nur ein Fan, der sich vor der Polizei vor einem Spiel nackt auszieht auch ein friedlicher Fan ist und überhaupt das Spiel sehen darf, was irgendwo fast an Nötigung grenzt. Die Berichterstattung ist somit sehr erschreckend, da nicht einmal in Erwägung gezogen wird, dass wir uns diesen Maßnahmen schlicht nicht hingeben wollten, da sie vollkommen menschenunwürdig sind – und das sind sie, da gibt es keine Argumente dagegen!

Was von dem gestrigen Tag zurück bleibt ist vor allem Irritation und viele offene Fragen:

  • Mit welcher Begründung wurden sämtliche Materialien verboten?
  • Warum muss erst der DFB intervenieren, damit wenigstens Megafone und Trommeln erlaubt sind?
  • Warum werden selbst kleinen Kindern die Fähnchen abgenommen?
  • Welchen Sinn hat ein Zaunfahnenverbot?
  • Warum werden Nacktkontrollen ausgerechnet bei einem Spiel durchgeführt, bei dem es noch nie zu Zwischenfällen mit der aktiven Fanszene kam?
  • Aufgrund welcher Bedrohungslage und aufgrund welcher Informationen erfolgten diese Maßnahmen?
  • Welchen Mehrwert hat in diesem Zusammenhang überhaupt die Arbeit unserer SKBs?

Würde in irgendeiner Form diese ganze Vorgehensweise mit uns kommuniziert und erläutert werden, könnten wir sie vielleicht in Ansätzen nachvollziehen. Doch das blieb uns bis jetzt verwehrt. Die Ereignisse in Stuttgart können hierfür unmöglich als Erklärung herangezogen werden, denn die beiden Spiele bzw. die Beziehung der beiden Fanszenen stehen in keiner Relation zueinander. Wäre dem allerdings tatsächlich so, ist die Konsequenz daraus katastrophal, denn somit könnte diese Begründung zukünftig für ähnliche Maßnahmen bei jedem Spiel benutzt werden.

Dagegen mussten wir gestern ein Zeichen setzen und entschlossen uns schweren Herzens, das Spiel unseres KSC nicht zu besuchen. Nacktkontrollen werden wir niemals über uns ergehen lassen!

ULTRA1894

Wie man ein künstliches Horror-Szenario heraufbeschwört, Teil 2

Am vergangenen Sonntag erlebte eines der gefürchtetsten Derbys des deutschen Fußballs eine Neuauflage: KSC gegen VfB. Auf allen anderen Ebenen ein erfolgreiches Derby, lediglich das Ergebnis stimmte am Ende nicht. Doch eben dieses sportliche Resultat war in der öffentlichen Wahrnehmung schon im Vorfeld der Partie zweitrangig und ist es in gewisser Hinsicht immer noch. Denn abseits des Spielfelds, soviel war allen Sport-, Polizei- und Medienvertretern in den Wochen vor dem Spiel klar, würden sich grausame Szenen zwischen den gegnerischen Fanlagern bzw. mit der Polizei abspielen. Sie sollten recht behalten. Die Bilanz nach dem Spiel liest sich dementsprechend verheerend: keine physischen Auseinandersetzungen, weder zwischen Fans, noch mit der Polizei, null Verletzte, null Tote, keine Personalienfeststellungen, keine festgesetzten Fangruppen, keine nennenswerten Festnahmen und diesbezügliche Anzeigen oder vorübergehende Ingewahrsamnahmen und erstattete Anzeigen, kein Einsatz von Schlagstock, Pfefferspray oder Wasserwerfer – noch nicht einmal verletzte Polizisten gab es zu beklagen. Etwas enttäuscht resümierte folglich die Onlineausgabe der Pforzheimer Zeitung nach dem Spiel: „Keine Krawalle trüben Fußballspaß beim Derby.“

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Offener Brief an das Präsidium des Karlsruher Sport-Clubs

Wie ihr sicher bereits mitbekommen habt, soll am kommenden Spieltag die Aktion „Wir helfen“ auch auf dem Trikot unserer Mannschaft durchgeführt werden.

Die Aktion ist eine von der BILD-Zeitung geplante Marketing-Kampagne, die unter dem Deckmantel des sozialen Engagements dieser lediglich zu einem Image-Gewinn verhelfen soll. Das wird nicht zuletzt daran ersichtlich, dass der Aufdruck auf den Ärmeln auch das Logo der „BILD“ beinhaltet.

Dass ein Boulevard-Blatt, das durch Hetze gegen Minderheiten aller Couleur regelmäßig Hass und Vorurteile schürt, jetzt plötzlich eine soziale Aktion für Menschen ins Leben ruft, gegen die sie Monate zuvor noch selbst versucht hat, Ängste in der Bevölkerung zu wecken (siehe vor allem die unten stehenden Links), grenzt an Ironie. Zahlreiche Vereine, wie etwa St. Pauli, Union Berlin oder der 1. FC Nürnberg haben den scheinheiligen Charakter dieser Kampagne erkannt und beteiligen sich nicht daran.

Soziales Engagement ist kein Hype und keine Marketing-Kampagne.

Der KSC und seine Fans setzen sich seit Jahren für Mitmenschen ein – ohne kommerziellen Hintergedanken.

Wir stehen für eine bunte und laute Gegengerade, mit den unterschiedlichsten Einstellungen und Ansichten. Wir stehen für unseren Verein und unsere Stadt und auch für die Menschen die dort leben. Beim KSC ist jeder willkommen, der im Herzen blau-weiß ist – egal welcher Nationalität!

Wir lassen uns nicht als Instrument für Marketing-Zwecke missbrauchen und fordern daher das Präsidium unseres Vereins auf, sich nicht an der Aktion zu beteiligen.

Äußerst lesenswert in diesem Zusammenhang:

http://www.stefan-niggemeier.de/blog/768/wie-bild-auslaenderfeindlichkeit-foerdert/

http://www.11freunde.de/artikel/die-dfl-die-bild-und-die-fluechtlinge

Offener Brief an das Präsidium des KSC

Am Samstag startet der KSC in Fürth in die neue Saison. Die Aufbruchstimmung rund um unseren Verein wird jedoch durch den „Randale-Euro“ getrübt. Dieser wird vom KSC immer noch auf alle im Vorverkauf erhältlichen Auswärtstickets erhoben. Zu einem Gespräch über den „Randale-Euro“ zwischen KSC-Präsidium und dem Fandachverband Supporters Karlsruhe ist es bis heute nicht gekommen, obwohl dies vom Präsidium für die Sommerpause zugesagt war.

Wir lehnen Kollektivstrafen entschieden ab und fordern die Abschaffung des „Randale-Euros“. Der Versuch Mehreinnahmen auf dem Rücken der Fans zu generieren, die den Verein jedes zweite Wochenende auch auswärts unterstützen, ist für uns nicht akzeptabel.

Bei Aufrechterhaltung des „Randale-Euros“ werden wir ab dem Spiel beim FSV Frankfurt keine Auswärtstickets mehr im Vorverkauf über den KSC beziehen. Selbstverständlich werden wir trotzdem zu den Spielen fahren und uns Tickets vor Ort kaufen, gegebenenfalls für andere, nicht ausverkaufte Blöcke.

Wir hoffen, dass sich möglichst viele Fans unserem Vorgehen anschließen und mit uns ein deutliches Zeichen gegen Kollektivstrafen setzen.

ULTRA1894

Stellungnahme zur aktuellen Situation

Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, wurde in Ingolstadt kein organisierter Support von uns durchgeführt. Die Gründe hierfür sind in der vom KSC nach dem Spiel gegen RB Leipzig veröffentlichten Stellungnahme zu finden. Darüber hinaus beenden wir vorerst die Zusammenarbeit mit dem Verein auf allen Ebenen, was sich nicht nur auf die Unterstützung im Stadion bezieht.

Wir können nicht einfach zur Tagesordnung zurückkehren und werden unser Verhältnis zu den Verantwortlichen des KSC grundlegend überdenken. Jahrelang haben wir für diesen Verein alles getan: nicht nur durch die organisierte Stimmung und die großangelegten Choreographien, sondern auch durch den Auf- und Abbau beim Familientag, verschiedene Spendenaktionen (wie etwa jene aus dem Hinspiel gegen RB, wobei wir bis heute keine Antwort bekommen haben, wohin der Erlös letzten Endes geflossen ist), die Gestaltung unseres neuen Trikots und zahlreiche Fanartikel, deren Gewinne zu 100 % an den KSC gingen, Plakataktionen zur Spieltagsankündigung sowie Mitgliederwerbung. Um Kosten für den Verein zu sparen, haben wir sogar auf Bitten des KSC die Parkplatzmarkierungen der VIP-Gäste vergangenen Sommer erneuert.

All dies taten wir gerne, selbstverständlich unentgeltlich in wochenlanger Arbeit und aus Überzeugung. Die Verantwortlichen des KSC nahmen diese Dinge auch dankend an. Umso mehr stößt die Reaktion, die der Verein auf die Vorkommnisse rund um das Spiel gegen RB Leipzig gezeigt hat, bei uns auf Unverständnis.

Die Vereinsführung hätte die Möglichkeit gehabt, sich eine differenzierte Sicht der Dinge zu verschaffen. Sei es durch die zumindest bedingte kritische Berichterstattung einiger Medien oder gar durch die jeweiligen Berichte der Polizei. An dieser Stelle sei angemerkt, dass es ausgerechnet die Polizei ist, die die Dinge hier relativiert. Keine Straftaten sind am vergangenen Montag vorgefallen und dementsprechend ermittelt auch keine Polizei. Gleichwohl versucht der Verein aber die Personalien von gewissen „Tätern“ bei der Polizei zu erfragen, was datenschutztechnisch höchst bedenklich ist. Nochmal: Der KSC spricht hier von Ausschreitungen, die nie stattgefunden haben und geht den Falschaussagen einiger Presseberichte und insbesondere Herrn Rangnick auf den Leim.

Es fand also keine sachliche Aufarbeitung der Geschehnisse statt, noch wurden Fanvertreter diesbezüglich eingeladen, bzw. die Fanbetreuung oder das Fanprojekt gehört, wie auch in der Stellungnahme der Supporters zu lesen ist. Dem vom DFB geforderten Dialog zwischen Verein und Fans wurde somit ebenfalls nicht nachgekommen. Bedenklich dabei ist, dass sogar das Angebot einer Klarstellung von Seiten der Polizei ausgeschlagen wurde.

Der Verein scheint sich regelrecht gegen eine objektive Aufarbeitung zu wehren. Der Druck der Medien und des Verbandes scheint zu groß zu sein. Überhaupt ist die Berichterstattung der Medien in Bezug auf das Spiel gegen RB Leipzig höchst fragwürdig: Während etwa in anderen Ländern im Namen des Fußballs und unter Aufsicht der FIFA Menschen für den Bau moderner Fußballarenen sterben, scheint hierzulande gleichwohl ein straftatfreies Zweitligaspiel für mehr Schlagzeilen zu sorgen, als die Menschenrechtsverletzungen in Katar. Dementsprechend ist es traurig, dass auch der KSC Presseberichte unreflektiert übernimmt, auf den Zug der Medienhysterie aufspringt und pauschale Sanktionen ausspricht.

Diese treffen nicht nur einen kleinen Teil der Fanszene, wie es so oft suggeriert wird, sondern bedrohen die gesamte Fankultur wie wir sie lieben und leben. Äußerst dilettantisch erscheint in diesem Zusammenhang, dass der KSC die Ereignisse um das Spiel gegen RB Leipzig dafür benutzt, sogar Fans des 1. FC Kaiserslautern mit Hausverboten für das kommende Heimspiel zu belegen. Ebenso sind Banner und Schmähgesänge schon immer Bestandteil aktiver Fankultur und werden es auch immer sein. Ein rauer Ton ist beabsichtigt, gehört dazu und gibt die Stimmung in der Kurve wieder. Wer damit nicht umgehen kann, hat im Fußball nichts verloren. Besonders die Distanzierung der Verantwortlichen des KSC von Schmähgesängen wirkt etwas infantil. Bis jetzt hielt der Verein so etwas nie für notwendig. Da ausgerechnet nach dem Spiel gegen RB Leipzig dies nun trotzdem stattfindet, wird jenem Konstrukt eine Sonderrolle geradezu anerkannt. Etwas wünschenswerter wäre es eventuell, wenn sich der KSC von diversen Journalisten distanziert, die die eigenen Fans offen als „Deppen“ und „Mischpoke“ bezeichnen oder den Rauswurf von Angestellten des Vereins fordern.

Die Vereinsführung hätte durchaus die Zeit gehabt, kritisch und objektiv Position zu den Aussagen von Herrn Rangnick, dem Bericht der Polizei, der medialen Resonanz und einer möglichen Schilderung von Fanvertretern zu beziehen. Doch dies alles hat ganz offensichtlich nicht stattgefunden. Der KSC bleibt hier das, was er zuletzt immer in kritischen Fragen geblieben ist: farb- und charakterlos. Das einzige, was diesen Verein bunt macht, sind seine Fans.

Deshalb: Ist es zu viel verlangt, wenn man nach diesen Geschehnissen Fanvertreter hört, auf unsere Kritik eingeht und sich nach Lügen eines Herrn Rangnick schützend vor seine Fans stellt?

Der Dialog zwischen dem Verein und uns war zuletzt durchaus gut – nicht zuletzt deshalb, weil der KSC durch unsere Vorschläge an das Marketingteam Profit daraus schlagen konnte. Wir werden dementsprechend den Eindruck nicht los, dass der Verein uns nur braucht, wenn wir auch von Vorteil sind.

Wir fordern für die Zukunft daher, dass ein möglicher neuer Dialog auf Augenhöhe stattfinden muss. Darüber hinaus erwarten wir eine Richtigstellung der Aussagen des Vereins in Bezug auf das Spiel gegen RB Leipzig. Dazu gehört vor allem eine Korrektur der Stellungnahme. So lange diese nicht erfolgt, ist für uns die Zusammenarbeit mit dem Verein beendet. Wie sich unser Auftreten am Sonntag im Stadion gestaltet, entscheidet sich nach einem Gespräch mit dem Verein am Ende dieser Woche.

Denn gesprächsbereit sind wir prinzipiell immer und stellen uns gerne jeglicher Kritik, sei es über unsere Homepage oder persönlich im Fan-Projekt. Allerdings werden wir uns niemals auf Facebook oder in irgendwelchen Internetforen äußern.

Es steht ausdrücklich jedem frei, sich diesem Protest anzuschließen und ein Zeichen zu setzen.

Für den Fußball, den wir lieben und eine Fankultur, die wir leben!

Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher. (Bertolt Brecht)

ULTRA 1894

Ein kleiner Nachtrag noch zur Berichterstattung der Medien: Vielfach wird nun berichtet, der KSC habe als Reaktion auf das Spiel gegen RB Leipzig Stadionverbote ausgesprochen. Das ist jedoch eine absolute Falschmeldung. Denn wer sich auch nur ansatzweise mit der Vergabe von Stadionverboten auskennt, weiß, dass diese laut DFL-Statuten nur nach Einleitung eines polizeilichen Ermittlungsverfahrens ausgesprochen werden können. Und dieses gab es bekanntlich eben nicht.

Wie man ein künstliches Horror-Szenario heraufbeschwört …

Um die Ereignisse der letzten Wochen zusammenzufassen, hier die Fakten:

1.) Beim Spiel des KSC bei den Dortmunder Amateuren versagt die Strategie der Polizei auf ganzer Linie. Im Endeffekt passiert aber nicht mehr als bei zig anderen Spielen auch. Trotzdem dürfen 100 KSC-Fans mit Karten nicht ins Stadion. Doch Presse und Polizei bauen daraus ein Gewalt- und Horror-Szenario auf. Diverse Richtigstellungen von Fans, Fanbetreuung, Fanprojekt und sogar vom KSC selbst werden in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Das Szenario steht …

2.) Aufgrund des von der Polizei und der Presse aufgebauten Horror-Szenarios wird das Spiel des KSC bei den Stuttgarter Kickers ins VfB-Stadion verlegt. Nachdem die cleveren Entscheidungs-Träger auch noch mitbekommen haben, dass zur gleichen Zeit Cannstatter Wasen ist, wird es kurzerhand um vier Wochen verlegt, auf Mittwoch abends um 18.00 Uhr. Gäbe es in Karlsruhe wirklich szenekundige Beamte, wüssten diese jedoch, dass wir zu den Fans der Kickers überhaupt keine besondere Rivalität pflegen. Somit war dieser ganze Aufwand völlig unnötig und willkürlich. Aber dem Ausbau des Horror-Szenarios hilft das natürlich erheblich weiter …

3.) Da man an spielfreien Tagen der Profis gerne unsere Amateure besucht, entschlossen wir uns, das am 07.10. stattfindende Spiel unserer zweiten Mannschaft bei den Stuttgarter Kickers zu besuchen. Wer darin etwas Strafbares sieht, ist dem aufgebauten Horror-Szenario leider völlig erlegen! Doch auch hier schafft es die Polizei, ihr Lügen-Konstrukt aufrechtzuerhalten. Und auch dieses Spiel wird wegen Sicherheitsbedenken abgesagt (von wem eigentlich?).

4.) Daraufhin entschloss sich die Szene, am Sonntag wenigstens einen Ausflug zum Wasen zu machen. Was hier aber am Karlsruher Hauptbahnhof los war, ist nun wirklich der Gipfel. Die Karlsruher Polizei war offenbar ihrem eigenen Sicherheits-Wahn auf den Leim gegangen. Es waren sicher zwei Hundertschaften der Polizei vor Ort, alle Bahnsteige waren abgeriegelt. Und das alles nur, weil wir einen Ausflug nach Ettlingen Wasen machen wollten?

Fazit: 

Was momentan in (Fußball-) Deutschland abgeht, gleicht einer kollektiven Gehirnwäsche. Polizei und Hetz-Presse steuern den Informationsfluss so, dass mittlerweile fast die ganze Bevölkerung glaubt, dass es sich bei Fussball-Fans tatsächlich um eine Vorstufe von Terroristen handelt und man mit allen Mitteln (ob legal oder illegal) gegen sie vorgehen muss. Schließlich steht anscheinend die nationale Sicherheit auf dem Spiel. In Wirklichkeit sollen dadurch lediglich immer willkürlichere und menschenverachtendere Maßnahmen etabliert werden, denn die wirklichen Zahlen und Fakten beweisen, dass sich die Gewalt-Situation in den deutschen Stadien eher verbessert als verschlimmert hat. Doch das interessiert die Sicherheits- und Überwachungsfanatiker nicht. Weg vom Rechtsstaat hin zur Polizei-Herrschaft.

ABER OHNE UNS! 
WO RECHT ZU UNRECHT WIRD, WIRD WIDERSTAND ZUR PFLICHT. 
ULTRAS LIBERI!

Wo und wann auch immer der KSC auf dieser Welt spielt, werden Leute von uns vor Ort sein! Wir werden auch hin und wieder Amateurspiele, Jugendspiele etc. aus besonderen Anlässen wie z.B. Derbys besuchen … Wer das in Frage stellt oder ein Problem damit hat, kann uns am Arsch lecken … Alle anderen sind willkommen.

Stellungnahme: Dortmund II – KSC… wie es wirklich war!

Nachdem die Ereignisse in Dortmund ein paar Tage zurück liegen, möchten wir nun unsere Sicht der Dinge darstellen:

Als unsere Busse in Dortmund ankamen und das Westfalen-Stadion in Sichtweite war, stiegen wir aus, um den Rest zum Stadion “Rote Erde” zu laufen. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits die Dortmunder SKBs und ein Karlsruher SKB anwesend. Ein Polizist auf dem Motorrad wies uns den Weg.

Wie zu erwarten war, fuhren nun mehrere Mannschaftswagen der Polizei auf, um uns zu begleiten. ZU KEINEM ZEITPUNKT sagte man uns, wir seien falsch oder wir sollten anders laufen. Wir bogen MIT DER POLIZEI in eine Straße ab, die zum Stadion “Rote Erde” führte. In dieser Straße wurden wir dann ohne ersichtlichen Grund eingekesselt und ca. 45 Minuten festgehalten. Als es nur noch wenige Minuten bis zum Anpfiff waren, wurde die Gruppe unruhig, da sie pünktlich zum Anpfiff im Stadion sein wollte. Nach einiger Zeit erlaubte uns die Polizei weiter in Richtung Stadion zu laufen. Im Moment, als wir uns in Bewegung setzten, kam von links eine Gruppe Dortmunder Fans vorbei und machte auf sich aufmerksam. Daraufhin hielt uns die Polizei erneut fest.

Es ist für uns unverständlich, dass die Polizei jetzt sogar behauptet, eine Konfrontation mit Dortmund sei abgesprochen gewesen, waren es doch eindeutig sie, die das Kommando zum loslaufen gaben. Dennoch hatte die Polizei immer alles unter Kontrolle und wir mussten nochmals im Polizeikessel warten. Die Begründung der Polizei lautete, dass die Dortmunder immer noch vor dem Stadion stehen würden und wir solange nicht weitergehen dürften.

Letztendlich konnten wir 5 Minuten vor Spielbeginn doch in Richtung Stadion laufen. Auf dem Weg zum Gästeblock begegneten sich beide Gruppen, waren jedoch jederzeit durch einen Zaun und Polizisten getrennt, so dass die Polizei diese Situation relativ schnell unter Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken unter Kontrolle hatte.

Danach bewegten wir uns in Richtung Gästeblock weiter. Da der Anpfiff kurz bevor stand und alle rechtzeitig ins Stadion wollten, entstand am Stadioneingang ein Gedränge, welches durch Ordnungdienst und Polizei aufgelöst wurde. Im Anschluß daran kesselte die Polizei uns und andere Fans, die zwischenzeitlich auch angekommen waren ein und verwehrte ALLEN den Zugang, obwohl alle im Besitz von gültigen Eintrittskarten waren. Dies waren deutlich mehr als 80 Personen. Wie man auf diese Zahl kommt ist uns völlig schleierhaft. Gründe oder Erklärungen Seitens der Polizei gab es nicht!

Trotz der Verwehrung des Eintritts blieb alles ruhig. Allen Personen wurde der Zugang zu Getränken und Toiletten verwehrt. Schließlich setzten sich alle friedlich vor den Block und feuerten die Mannschaft von außen an. Die Polizei zog immer mehr Einheiten zusammen, obwohl es keine weiteren Vorfälle gab und die Situation zu keinem Zeitpunkt hochkochen zu drohte.

Nach Schlusspfiff stießen die Fans aus dem Stadion zu den eingekesselten Fans hinzu und man marschierte in Polizeibegleitung zu den Bussen und machte sich auf den Heimweg. Auf der Heimreise wurden die Busse, über Landesgrenzen hinweg, von mehreren Polizeiautos begleitet, die dem Buskonvoi die Zufahrt zu Rastplätzen und sämtlichen Parkplätzen versperrten. Zu erwähnen ist noch, dass im Supporters-Bus zwei behinderte Fans mitreisten, die dringend eine Toilette benötigt hätten. Dies interessierte die Polizei nicht. Der Behinderten-Betreuer des KSC wird hierzu noch eine Beschwerde schreiben.

Zusammenfassend zu diesem Tag:

1. Wir sind freie Menschen und können aus unseren Bussen aussteigen, WO UND WANN WIR WOLLEN! Dies werden wir auch in Zukunft weiterhin tun.
Hieraus einen Vorwand konstruieren zu wollen, ist für uns nicht nachvollziehbar, da wir in der Nähe des Stadions die Busse verließen und uns die Polizei, wie oben schon erwähnt, begleitete. Auch bestand nie, wie in manchen Presseartikeln zu lesen war, eine Abmachung mit der Polizei, dass wir zu einem bestimmten Parkplatz kommen sollten.

2. Es bestand niemals irgendeine Absprache oder Kontakt mit Dortmundern.

3. Die einseitige Berichterstattung über die Vorkommnisse ist für uns nicht nachvollziehbar! Auch wurde nicht im Vorraus geplant den Gästeblock zu stürmen, da alle im Besitz gültiger Eintrittskarten waren.

4. Am Mittwoch nach dem Spiel gab es ein Treffen, um die Ereignisse aufzuarbeiten. Der KSC nannte dies vermessenerweise „Rapport“. Es handelte sich hierbei jedoch um eine objektive Aufarbeitung dieses Tages und nicht um einen Rapport. Desweiteren lassen wir uns nicht von Angestellten unseres geliebten Vereins als “Vollidioten” bezeichnen. Hier sehen wir Klärungbedarf!
Das Fanprojekt Karlsruhe, die Fanbetreuung sowie Vertreter der Fanszene schilderten die Vorfälle weitgehend genauso, wie oben beschrieben. Der Verein (in Form von Präsident Wellenreuther und sportlichem Leiter Kreuzer) wurde gebeten, diese Vorfälle in einer objektiven Stellungnahme klarzustellen und somit die Anschuldigungen und Falschmeldungen in ein wahrheitsgemäßes Licht zu rücken.

5. Wir erwarten von unserem Verein in Zukunft, dass er sich nach etwaigen Vorfällen zuerst ein objektives Bild macht und sich mit den vorhandenen Kontaktpersonen der “Drei Säulen” in Verbindung setzt und nicht blind der Presse glaubt. Wir fordern einen sachlichen und reflektierten Umgang mit Presseberichten.

ULTRA1894 – Alles für Karlsruhe