Vor rund zwei Wochen meldeten wir, die Fanszenen Deutschlands, uns bereits mit einer Stellungnahme bezüglich der in Hinterzimmern des DFB erarbeiteten neuen Stadionverbots-Richtlinie. Seitdem herrscht vor allem eins: Stille.
Zwar hat die DFL erstaunlich schnell – bereits am Freitag der Veröffentlichung unserer Stellungnahme – mit einem internen Schreiben an die Vereine reagiert. Die große Chance, nun endlich mit offenen Karten zu spielen, wurde jedoch abermals vertan.
Nun ist es für uns nichts Neues, dass wir Fans in Entscheidungen oder Prozesse der DFL nicht eingebunden werden. Dass allerdings selbst Vereine – teilweise gänzlich – außen vor gelassen werden, ist durchaus verwunderlich.
Das besagte Schreiben der DFL verbreitet dabei auch ganz bewusst Lügen. So ist beispielsweise die Rede davon, die Vereine „umfassend über mögliche Änderungen“ informiert zu haben. Tatsächlich sind allerdings kritische Vereinsvertreter mit irreführenden Falschaussagen aufs Glatteis geführt und kaltgestellt worden. Auch eine erwähnte Videokonferenz fand lediglich im Monologform statt, ohne die Chance auf Rückfragen.
Im Gegensatz zur DFL haben wir die vergangenen Tage genutzt und sind mit unseren Vereinen ins Gespräch gegangen. Die Erkenntnis daraus: Bis heute wissen die Vereine über die geplanten Veränderungen in der SV-Richtlinie nicht oder bestenfalls nur rudimentär Bescheid! Da passt es ins Bild, dass auch im Rahmen der Regionalkonferenzen in der Woche vom 16. bis 20. Februar 2026 in Frankfurt Informationen zur Überarbeitung der Stadionverbots-Richtlinien Fehlanzeige blieben.
Nun ist es natürlich schwierig, über Sachen zu urteilen, deren Inhalt man nicht kennt. Die DFL spricht gerne von „Transparenz“ – doch versagt dann gleich im ersten Schritt, diese zu schaffen.
Als transparenzliebende Fans sehen wir uns somit in der Pflicht, nun unsererseits mit einer Transparenzoffensive Licht ins Dunkel zu bringen. Denn wir wissen ganz genau Bescheid, welche Maßnahmen geplant sind.
Daher möchten wir im Folgenden Paragraphen aus dem Entwurfspapier der DFL zitieren:
2 (3) beschreibt die Errichtung einer Stelle, welche dazu ermächtigt und verpflichtet wird, entsprechende Entscheidungen im Zusammenhang mit Stadionverboten zu treffen und Maßnahmen zu ergreifen. Tätig werden soll diese sogenannte „Fachaufsicht“ selbstständig, auf Antrag einer lokalen SV-Kommission oder auf Antrag der Polizei oder anderer Strafverfolgungsbehörden.
Die zentrale Fachaufsicht ist gemäß des Abschnitts b) weisungsbefugt gegenüber den lokalen Stadionverbots-Kommissionen. Bei Nicht-Einhaltung einer Weisung kann die Fachaufsicht die entsprechenden Maßnahmen treffen.
Es lässt sich also festhalten: Sollte dieser Paragraph so umgesetzt werden, werden die lokalen Stadionverbots-Kommissionen de facto zum Papiertiger. Spätestens wenn der Polizei die Möglichkeit gegeben wird, per Antrag die Fachaufsicht einzuschalten, verlieren die lokalen Kommissionen ihre Bedeutung!
5 (vormals §4) (3) legt fest, dass ein Stadionverbot auszusprechen ist, wenn die Stadionverbotskommission (lokal oder zentral) Kenntnis von der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens durch die Strafverfolgungsbehörden erlangt. Zwar ist die Rede von der „Berücksichtigung der konkreten Umstände des Einzelfalls“, grundsätzlich ist aber davon auszugehen, dass hiermit die Vergabe von Stadionverboten nach dem Gießkannen-Prinzip ermöglicht wird. Denn bei Nicht-Erteilung eines Stadionverbots, etwa weil die lokale Stadionverbots-Kommission den Fortgang des Ermittlungsverfahrens oder den Ausgang des etwaigen, folgenden Gerichtsverfahrens abwarten möchte, kann die Polizei die Fachaufsicht anrufen und diese zieht dann die Aussprache der Stadionverbote an sich. Dass Ermittlungsverfahren eingestellt werden oder in Freisprüchen enden können, interessiert Verbände, Politik und Polizei bei der „Präventivmaßnahme“ Stadionverbot nicht.
5 (vormals §4) (4) besagt zudem, dass Stadionverbote sogar ausgesprochen werden können, ohne dass ein Ermittlungs- oder sonstiges Verfahren eingeleitet wurde. Hierfür sollen künftig Ingewahrsamnahmen oder Aufenthaltsverbote ausreichen. Im Kontext der vergangenen Wochen, in denen vermehrt Fanszenen aus fadenscheinigen Gründen an ihrer Auswärtsreise gehindert wurden, würde dieser Paragraph das Tor für den Ausschluss großer Fangruppen öffnen. Und eins ist sicher: Sobald der Polizei dieser Hebel in die Hand gelegt wird, wird sie ihn auch nutzen!
Dies sind nur kurze Auszüge aus dem insgesamt 9 Seiten langen Dokument. Wir möchten diese aber mit unserer Stellungnahme öffentlich machen, um aufzuzeigen, was sich hinter verschlossenen Türen zusammenbraut. In Kraft treten sollen diese Maßnahmen bereits zum 1. Juli 2026, was einen ambitionierten Zeitplan bei zugleich herrschender Intransparenz bedeutet.
Da wir den Glauben an eine diskussionsorientierte Lösung bei DFL, DFB und Politik schon längst verloren haben, nehmen wir daher unsere Vereine in die Pflicht, sich diesen geplanten Maßnahmen entschieden und mit allen Mitteln entgegenzustellen!
Die Fanszenen Deutschlands im März 2026
Stellungnahmen
Fans & Vereine: Gemeinsam gegen die neuen SV-Richtlinien!
Hallo Fußballfans,
die Spatzen pfeifen von den Dächern, dass die Verbände derzeit heimlich, still und leise eine deutliche Verschärfung der Stadionverbotsrichtlinien anstreben.
In einem wiederholt intransparenten Prozess arbeiten Juristen der Verbände und deren Sicherheitsfunktionäre unter punktueller Einbeziehung einzelner Vereine offenbar daran, umfassende Änderungen an den derzeit gültigen Richtlinien umzusetzen.
Es ist zu befürchten, dass dort all jene Themen zur Debatte stehen, die schon im Rahmen der Innenministerkonferenz an die Öffentlichkeit gedrungen sind: Eine zentrale Stadionverbotskommission mit Weisungsrecht gegenüber den Vereinen und andere weitreichende Verschärfungen gegenüber dem Status Quo.
So waren etwa zwei Kernforderungen aus der IMK, „Soll-Bestimmungen“ in „Ist-Bestimmungen“ umzuwandeln und Stadionverbote für eine Mindestdauer festzusetzen, was vielerorts auf große Kritik gestoßen ist. Aufgrund des Schweigens der Verbände ist nicht auszuschließen, dass diese Damoklesschwerter weiterhin über deutschen Fans schweben. Das gerne als Präventionsmaßnahme verkaufte Konzept „Stadionverbot“ droht somit endgültig zum repressiven Mittel einer Parallelgerichtsbarkeit zu werden.
An dieser Stelle sehen wir unsere Vereine in der Pflicht, unsachgemäßen und praxisfernen Vorstößen entschieden entgegenzutreten. Dazu gehört, eine ergebnisoffene Diskussion einzufordern, die nicht abseits der Öffentlichkeit stattfindet und Fanperspektiven einbezieht. Zum Jahresende 2025 haben wir jedenfalls gezeigt, was wir gemeinsam auch in solch aufgeladenen Themen erreichen können.
Die Verbände fordern wir dazu auf, ihre Entscheidungen nicht im Hinterzimmer zu treffen, sondern offen und transparent die Diskussion zu führen.
Fanszenen Deutschlands im Februar 2026
Fans & Vereine: Gemeinsam weiter gegen Populismus!
Unsere klare Forderung – Zeit zu handeln!
Am vergangenen Wochenende haben wir, die Fanszenen Deutschlands, in bislang
unerreichter Geschlossenheit erneut unsere deutliche Ablehnung der geplanten Beschlüsse der Innenminister gezeigt.
Personalisierte Tickets, KI-Gesichtserkennung um die Personalisierungen der Tickets
durchzusetzen, sowie jede Verschärfung der Stadionverbotsvergabe, von der Anpassung der Richtlinien bis hin zu zentralen Stadionverbotskommission mit Veto-Recht, lehnen wir entschieden ab.
Wir fordern weiterhin ein Ende des Populismus und ein klares Bekenntnis zur Einzigartigkeit der deutschen Fankultur. Die Zahlen sprechen eindeutig für sich – es gibt keinerlei haltbaren Anlass für die vorgesehenen Verschärfungen. Dass unzählige Vereinsvertreter unsere Kritik inzwischen öffentlich teilen, bestätigt unsere Haltung zusätzlich: Die Stadien sind sicher!
Die Innenminister verharren allen Argumenten zum Trotz stur auf ihrem populistischen Irrweg und scheinen sich mittlerweile gegenseitig zu überbieten, wer mit den absurdesten Forderungen um die Ecke kommt.
Am kommenden Ligawochenende sowie in den anstehenden Pokal-Achtelfinals
werden wir Fußballfans aus den Kurven Deutschlands erneut 12 Minuten schweigen
und unseren Unmut deutlich in die Stadien tragen.
Die Stille der Kurven ist unsere unüberhörbare klare Forderung an die Politik, noch vor der anstehenden Innenministerkonferenz die dringend notwendige Kehrtwende einzulegen.
An die Vertreter der Vereine und Verbände appellieren wir: Zeigt deutlicher denn je Haltung und schützt gemeinsam mit uns das Alleinstellungsmerkmal des Fußballs in diesem Land – noch ist es nicht zu spät! Ohne euch wird ein Großteil der absurden politischen Forderungen nicht umsetzbar sein!
Alle Fußballfans möchten wir an dieser Stelle noch einmal auf die laufende Petition unter www.derfussballistsicher.de/petition aufmerksam machen.
Die Fanszenen Deutschlands im November 2025
Ein Damoklesschwert schwebt über unserem Fußball!
Wem gehört der Fußball?
Hallo Gegengerade,
heute richten wir unseren Blick über den Rhein zu unseren Freunden in Straßburg. Die aktive Fanszene rund um die Ultra Boys 90 steht aktuell in einem offenem Konflikt mit dem Investor BlueCo, dem Präsidium von Racing Straßburg – allen voran dem ehemaligen KSC-Spieler und heutigen Präsidenten Marc Keller – sowie Teilen der eigenen Anhängerschaft.
Die Ultra Boys 90 haben mit Racing nicht nur Höhen und Tiefen erlebt, sondern den Verein über Jahre hinweg überhaupt am Leben gehalten. Der Tiefpunkt kam 2011, als Racing nach massiver Misswirtschaft Insolvenz anmelden musste und in der fünften Liga neu startete. Auch in dieser Zeit
war die Kurve da. Sie hielt den Verein zusammen, gab den Fans Identifikation, lebte die Vereinswerte und kämpfte stets für eine freie, selbstbestimmte Fankultur.
Mit der Übernahme durch BlueCo hat sich vieles verändert. Der Einfluss des profitorientierten Investors ist mittlerweile sehr groß und das zeigt sich an vielen Stellen. Enge Verflechtungen mit dem Partnerverein Chelsea London sind Alltag. Spieler werden mit Rekordsummen verpflichtet, nur um wenige Tage später nach England verliehen zu werden. Solche Spielergeschäfte stellen eine klare Wettbewerbsverzerrung dar. Mittlerweile gab es 15(!) Spielertransfers zwischen Racing und London.
Ein kurzfristiger sportlicher Erfolg brachte neues Publikum ins modernisierte Meinaustadion. Dort gibt es mittlerweile große Shows, Eventbühnen, Funkensprühen beim Einlaufen oder nach Toren. Und das alles zu überteuerten Ticketpreisen. Das neue Publikum zeigt sich beeindruckt, läuft dem modernen Fußball meist blind und unkritisch hinterher. Der Investor und das Präsidium sehen sich darin bestätigt.
Als Mitte 2023 Racing Strasbourg durch den amerikanischen Milliardär Todd Boehly und seiner BlueCo-Gruppe übernommen wurde, protestierten die Ultra Boys schon unter dem Motto „Strasbourg ist nicht Chelsea“. Denn Racing ist nun das Farm-Team von Chelsea – ähnlich wie es Red Bull mit
den vielen Vereinen rund um den Globus macht. Dieser ‚Multi Club Ownership’ ist ein kranker Auswuchs des modernen Fußballs. Den neuen Racing Fans ist das wohl egal, ihnen wurde Erfolg versprochen – die Ultra Boys ahnten schon, dass sie damit die Unabhängigkeit des Vereins verlieren, weil am Ende Chelsea über allem steht. Ein Stimmungsboykott in den ersten 15 Minuten wird vom Großteil des Stadions ignoriert oder unterlaufen. Die Ablehnung gegenüber der aktiven Szene ist spürbar. Auch der Trainer und Mannschaftskapitän des Clubs setzten zuletzt ein deutliches Zeichen, als auf ihre Anweisung die Mannschaft nach dem Spiel der Kurve fernblieb. Ein symbolischer Akt, der die Spaltung zwischen Verein und Fanszene weiter vorantreibt. Denn für BlueCo und das Präsidium ist eine kritische, organisierte Fanszene ein Störfaktor und der Sand im Getriebe des modernen Fußballs. Sie bringt wenig Profit, kauft keinen überteuerten Merch, interessiert sich nicht für Werbe-Events. Genau diese Haltung passt nicht ins Konzept. Es wirkt, als wolle man gezielt eine
Spaltung der Fangemeinschaft. Und zwar vor allem zulasten der Kurve. Doch die aktive Fanszene hielt bisher mit ihren eigenen Mitteln stand: gelebte Fankultur, Proteste, Choreografien, organisierter Support, Stellungnahmen. UB90 war und ist jederzeit bereit für einen Dialog, der Verein nicht.
Die Situation in Straßburg ist vielschichtig und doch eindeutig. Wenn Kommerz und Konzerninteressen ungebremst walten, greifen sie an, was einen Verein und den Fußball ausmacht: gelebte Fankultur und ein aktives Vereinsleben. Die Repressionen gegen die Ultra Boys 90 in der vergangenen Woche überschritten jegliches Maß. Choreoverbote, personalisierte Tickets,
Einschränkungen beim Zugang zu den eigenen Räumen. Das alles ohne Eskalationen oder Gewalt. Vorausgegangen waren ausschließlich kreative Protestformen wie Spruchbänder und Meinungsäußerungen, sowie regelmäßige Infos an die Fanszene, um auf die Lage aufmerksam zu
machen.
Wir stehen hinter unseren Freunden in Straßburg.
Auch in Karlsruhe werden wir weiterhin genau hinschauen – und einflussreiche Investoren kritisch begleiten oder, wenn nötig, fernhalten.
Wir stehen für ehrlichen Fußball – nicht für gekauften Erfolg.
Fußball gehört den Fans!
Gegengerade Karlsruhe
(Dieser Text wurde im Original beim Heimspiel gegen Magdeburg am 27.09.2025 auf der Gegengerade verteilt.)
Forderungen der Initiative „Verbandsstrafen abschaffen“
An die RLSW Regionalliga Südwest GmbH, sowie die beteiligten Landesverbände:
- Fußballverband Rheinland
- Saarländischer Fußballverband
- Südwestdeutscher Fußballverband
- Badischer Fußballverband
- Südbadischer Fußballverband
- Hessischer Fußballverband,
- Württembergischer Fußball-Verband
sowie den Deutschen Fußball-Bund und die DFL Deutsche Fußball Liga.
Wir fordern eine konsequente Abschaffung der verbandsrechtlichen Bestrafung des Einsatzes von nicht missbräuchlich (im Sinne vom gezielten Einsatz gegen Personen oder Wurf auf das Spielfeld) verwendeter Pyrotechnik und deren sofortige Aussetzung.
Wir kritisieren im Detail, dass:
- …die Bestrafungen zusehends wirtschaftliche Probleme für die betroffenen Vereine mit sich bringen und die Wettbewerbsfähigkeit verschlechtern .
- …die Vereinsverantwortlichen mittels Lizenzvereinbarungen zur Annahme der sportgerichtlichen Sanktionspraxis gezwungen werden und dadurch aufgrund aufkommender Interessenkonflikte ein Keil durch die Vereine getrieben wird.
- …sich durch die Entwicklung der Strafen/Strafzahlungen die Wahrnehmung und Bewertung von Pyrotechnik insofern verändert hat, dass der positive Einfluss auf die Atmosphäre in den Stadien oder der nicht vorhandene Einfluss auf das Spielgeschehen keine Beachtung findet.
- …die RLSW Regionalliga Südwest GmbH, sowie die Landesverbände und der Deutsche Fußball-Bund in ihrer Praxis ein zunehmendes Sicherheitsempfinden beim Einsatz von Pyrotechnik und ausbleibende Verletztenzahlen ignorieren.
- …die Erkenntnisse, wonach die in den letzten Jahren stetig zugenommene Bestrafung von Pyrotechnik nicht zu einer Verringerung des Einsatzes geführt hat, keinerlei Berücksichtigung bei der RLSW Regionalliga Südwest GmbH, sowie den Landesverbänden und dem Deutschen Fußball-Bund gefunden hat.
- …eine Umlage der Strafen auf vermeintliche Verursacher zu Ermäßigungszwecken auf Grund einer damit einhergehenden Doppel- bzw. Dreifach-Bestrafung nicht vertretbar ist.
Als Einheit aus Fanszenen sind wir entschlossen, im engen Austausch mit unseren Vereinen, für die Rechte und faire Behandlung von Fankultur und Souveränität der Vereine einzustehen und einen neuen Weg konsequent zu verfolgen. Die Strafenpolitik der RLSW Regionalliga Südwest GmbH, sowie den Landesverbänden und des Deutschen Fußball-Bunds muss eine grundlegende Veränderung erfahren und die Interessen der Basis unseres Sports in angemessenem Umfang berücksichtigt werden.
Ganz Südwest fordert: Schluss mit euren Bestrafungen! Verbandsstrafen abschaffen!
Blaue Bomber 1995
Block 30 Hessen Kassel / KSV Hessen Kassel e.V.
Cannstatter Kurve
Corrillo Ultras & Synthesia Ultras 79
Crew Eleven Aalen / VfR Aalen 1921 e.V.
D-Block Donaustadion e.V. / SSV Ulm 1846 Fußball
Fanatico Boys Ultras Heidenheim 2008 & Unitas Aquileiae
Insane Ultra / SV Eintracht Trier
Nordkurve Koblenz / TuS Koblenz 1911 e.V.
Pfalz Inferno & Frenetic Youth & Generation Luzifer Kaiserslautern
Pugnatores Ultras
Südtribüne Darmstadt
Szene 1916 Sandhausen
SZENE E Reutlingen / SSV Reutlingen 05
Szene Offenbach
ULTRA1894 & Supporters Karlsruhe 1986 e.V.
Ultraszene Mainz 2001
Virage Est Saarbrücken / 1. FC Saarbrücken e. V.
Saison 2025/2026
Ciao Gegengerade,
die Sommerpause ist vorbei und wir sind heiß auf die neue Saison! Der KSC hat die letzten Wochen genutzt und mit allen Beteiligten den Polizeieinsatz beim letzten Derby gegen Kaiserslautern aufgearbeitet.
Nach unseren Informationen erfolgt daraus ein Schritt in Richtung Normalität. Das heißt wir werden unsere Mannschaft zum Heimspiel gegen Münster nicht nur mit unseren Stimmen, sondern auch mit optischen Stilmitteln wie Fahnen unterstützen.
Sollte die Polizei Karlsruhe in der Zukunft die Situation wieder eskalieren lassen, könnt ihr mit Protesten unsererseits rechnen.
Das größte Sicherheitsrisiko für diese Kurve ist und bleibt die Polizei! Bullen raus aus der Kurve!
ULTRA1894
50+1 ausnahmslos umsetzen!
Jetzt ist es soweit! Das Bundeskartellamt hat die 50+1-Regel erneut geprüft und bescheinigt der Deutschen Fußball Liga wie erwartet Versagen. Das Ergebnis fordert nun die konsequente Umsetzung von 50+1, alles andere ist für uns nicht verhandelbar.
Für uns stellt 50+1 eine wesentliche Besonderheit des deutschen Fußballs dar, die es unbedingt und mit allen Mitteln zu schützen gilt. Für jedermann sichtbare Fehlentwicklungen in zahlreichen europäischen Ligen sind nicht hinnehmbar und auch dank 50+1 bisher in Teilen am deutschen Fußball vorbeigegangen. Dass nun die Strukturen, nicht nur der Werksclubs Leverkusen und Wolfsburg, sondern auch von Hannover und Rasenballsport zum Problem werden, zeigt mit welcher Dilettanz bei der DFL durch die Verantwortlichen gehandelt wurde. So agieren Opportunisten, denen das Kapital näher ist als ihr Auftrag und der Fussball.
Die DFL, die Vereine und ihre Funktionäre müssen jetzt Farbe bekennen. Die betroffenen Vereine müssen kurzfristig ihre Gesellschaftsform und Organisation im Sinne der 50+1-Regel anpassen oder aus dem organisierten Fußball ausscheiden.
Unsere Erwartungshaltung ist klar: 50+1 konsequent anwenden und erhalten!
Fanszenen Deutschland im Juni 2025
Stellungnahme
Die Eskalation des vergangenen Heimspiels gegen den 1. FC Kaiserslautern kam nicht überraschend. Nicht für uns, nicht für unseren Verein und auch nicht für die Polizei. Was wir erleben mussten, war die gewollte Eskalation eines rücksichtslos geführten Privatkrieges des Einsatzleiters der Polizei gegen die organisierte Fanszene.
Bereits in den vergangenen Jahren wurden durch die Polizei systematisch bestehende Gesprächsstrukturen zum Verein und Fandachverband gekappt und sämtliche deeskalierenden Einsatztaktiken durch eine neue „Null-Toleranz-Strategie“ des polizeilichen Alleingangs ersetzt. Leider konnte auch der gänzlich ausbleibende Erfolg dieses Vorgehens die Einsatzführung bis heute nicht zu einer Kurskorrektur bewegen. Vielmehr führte der eingeschlagene Irrweg in jüngster Vergangenheit zu immer repressiveren Maßnahmen.
Insbesondere die Einlasskontrollen rückten dabei zunehmend in den Fokus der Polizei. Nachdem diese zuletzt bereits zusätzlich von „szenekundigen“ Beamten begleitet worden waren (ohne festgestellte Mängel), sollte die herbeifantasierte Schwachstelle zukünftig noch einmal verstärkt mittels neu ausgedachtem Drei-Punkte-Plan überwacht werden: Während bei Stufe eins noch normale Kontrollen durch den Sicherheitsdienst erfolgen würden, sollten diese bei Stufe zwei noch zusätzlich durch die Polizei überwacht werden – und das nicht wie bisher durch „szenekundige“ Beamte, sondern durch Hundertschaften der Bereitschaftspolizei. Bei Stufe drei wäre geplant, dass Einsatzkräfte die Kontrollen gleich selbst durchführen.
Kurz vor dem vergangenen Heimspiel wurde ohne nähere Begründung Stufe zwei ausgerufen und Beamte der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit im Stadionumlauf positioniert. Dass es dabei um mehr als die angekündigte zusätzliche Kontrolle der Einlasssituation ging, zeigte sich spätestens, als auch im Bereich um die Stadioneingänge hinter der Gegengerade immer mehr Einsatzkräfte zusammengezogen wurden. Direkt darauf folgte ein orchestrierter Angriff auf die umstehenden Fans. Da dieser nicht, wie von der Polizei behauptet, angekündigt wurde, war es unbeteiligten Personen auch unmöglich, sich dem Geschehen zu entziehen. Nur durch das besonnene Verhalten der betroffenen Stadionbesucher konnte die Situation wieder beruhigt werden.
Glücklicherweise wurde der Angriff der Polizei durch mehrere Vertreter des Vereins vor Ort beobachtet und öffentlich eingeordnet. Heftig in Erklärungsnot liefert die Einsatzleitung bis heute immer neue Abwandlungen des Geschehenen und eine beeindruckende Varianz an Begründungen für den Einsatz. Ein von Vereinsseite gefordertes Gespräch mit Polizei- und Einsatzführung brachte zwar keine neuen Erkenntnisse, führte aber immerhin zu dem schmallippigen öffentlichen Bekenntnis, die Gespräche mit dem Verein wieder aufnehmen zu wollen.
Leider führt jedoch weder der neuerliche Dialog noch die hohe Anzahl an verletzten Fans zu einer notwendigen Veränderung der Einsatzstrategie. Vielmehr plant die Polizei für das Heimspiel gegen Paderborn, an ihrem Stufenplan festzuhalten und bestätigt damit die vollständige Entkoppelung ihres Vorgehens als angebliches Ergebnis polizeilicher Erkenntnisse oder Risikobewertungen von der Realität.
Die derzeitige Einsatzstrategie betrifft damit nicht mehr vorrangig die organisierte Fanszene, sondern wird zur Gefahr für alle Stadionbesucher.
Polizisten im Stadion sind kein geeignetes Mittel, um die Sicherheit von Fans zu erhöhen. Vielmehr sind sie selbst häufig ursächlich für Konflikte im Stadion verantwortlich. Aus diesem Grund liegt im Idealfall die Entscheidungsgewalt über Sicherheitsmaßnahmen hauptsächlich beim Veranstalter und damit beim Verein, mit dem wir auch weiterhin im konstruktiven Austausch stehen.
Aus Verantwortung gegenüber allen Fans werden wir das Vorgehen der Karlsruher Polizei nicht weiter akzeptieren und zukünftig bei unseren Heimspielen Kontrollen durch die Polizei vermeiden. Der Materialeingang wird vorerst nicht mehr durch uns genutzt werden, und wir werden nur das mit ins Stadion nehmen, was ohne eine separate Kontrolle möglich ist. Das betrifft leider auch die optische Unterstützung wie Fahnen und Choreografien im Wildpark.
Wir appellieren an die Karlsruher Polizeiführung und Innenpolitik, den Vorfall lückenlos aufzuklären und personelle Konsequenzen in der Einsatzleitung umzusetzen.
Wir fordern eine vollständige Abschaffung des Stufenplans und eine Rückkehr zum bisherigen Modell.
Das größte Sicherheitsrisiko für diese Kurve ist die Polizei! Bullen raus aus der Kurve!
ULTRA1894
10 % für Gästefans? Nicht beim HSV!
Am Freitag, den 4. April, startete der Karlsruher SC wie geplant den Vorverkauf für das Auswärtsspiel beim Hamburger SV. Zunächst hatten Mitglieder und Dauerkarteninhaber die Möglichkeit, sich Tickets zu sichern. Bis Sonntagabend wurden auf diesem Weg rund zwei Drittel des zur Verfügung stehenden Gästekontingents abgesetzt. Am Montag, den 7. April, wurde – wie angekündigt – der freie Verkauf gestartet.
Nur einen Tag später forderte der HSV den sofortigen Verkaufsstopp. Grundlage war eine Klausel in den Ticket-AGB des HSV, nach der der Gästekartenverkauf spätestens sechs Wochen vor dem Spiel beendet sein muss. Ab diesem Zeitpunkt darf ausschließlich der HSV über den weiteren Verkauf entscheiden.
In der Folge wollte der KSC die verbliebenen Tickets erneut intern anbieten. Doch der HSV untersagte auch dies – und verlangte stattdessen entweder die Abnahme der gesamten restlichen Gästekarten oder die vollständige Rückgabe des restlichen Kontingents. Für den KSC hätte das bedeutet, zwischen 800 und 1000 Tickets verbindlich abnehmen zu müssen, ohne die Möglichkeit des Verkaufs an Fans, die keine Dauerkarteninhaber oder Mitglieder sind. Ein durchaus großes finanzielle Risiko wäre also die Folge gewesen.
Dabei ist die rechtliche Grundlage vielleicht eindeutig – fanfreundlich und moralisch vertretbar ist dies ganz sicher nicht.
Laut DFB-Richtlinie steht dem Gastverein ein Kontingent von 10 % der Stadionkapazität zu. Dass dieses Kontingent letztlich nicht vom Gastverein selbstständig bis kurz vor Spieltag verkauft werden darf – widerspricht dem Gedanken der 10% Regel völlig und gleicht einem Skandal.
Wir fordern die Einhaltung der 10% Regel für Gästefans! Das heißt klare, einheitliche und vor allem fanfreundliche Regelungen im Umgang mit Gästekontingenten – ohne juristische Schlupflöcher.
Supporters Karlsruhe 1986 e.V. & ULTRA1894
„Nein zu Investoren in der DFL“ – Abschlusserklärung zum Scheitern des Investorendeals – Fanszenen Deutschlands
Ein guter Tag für den Fußball und alle, die ihn lieben!
Der 21.02.2024 wird vielen aktiven Fußballfans lange im Gedächtnis bleiben: Das DFL-Präsidium verkündete, dass der Prozess rund um den Einstieg eines Investors in eine Tochtergesellschaft der DFL nicht mehr fortgesetzt werde.
Ein knappes Jahr nachdem wir uns erstmals mit dem Thema beschäftigen mussten, scheint das Vorhaben nun bis auf Weiteres gestoppt worden zu sein. Eine Entwicklung, die wir im höchsten Maße begrüßen und die sicherlich – insbesondere in ihrer ungeahnten Dynamik – nicht zuletzt auf die akribische Arbeit der aktiven Fans zurückzuführen ist.
Deshalb ist es angebracht, jedem zu danken, der in den vergangenen Wochen und Monaten seinen Beitrag dazu geleistet hat, ein solches Ergebnis zu ermöglichen. Wir Fußballfans haben gezeigt, wie stark wir gemeinsam sein können.
Die zurückliegende Zeit hat aber ebenso unter Beweis gestellt, dass Prozesse rund um den Einstieg von Investoren schnell wieder an Fahrt aufnehmen können. Darüber hinaus wurde deutlich, dass es noch viele andere Themen, wie den Erhalt der 50+1-Regel, gibt, die den deutschen Fußball auch in Zukunft beschäftigten und unsere Aufmerksamkeit erfordern werden.
Im Sinne des deutschen Fußballs gilt es daher, weiterhin wachsam und kritisch zu bleiben!
Fanszenen Deutschlands im Februar 2024
Stellungnahme Fanszenen Deutschland
Alles andere ist eine Farce und nichts weiter als eine Zuspitzung dieser handfesten Krise des Deutschen Fußballs!
Vereine, seid euch eurer Verantwortung bewusst und steht für eine offene Neuwahl unter selben Bedingungen wie im Dezember ein!
29.02.24 – Müller abwählen!

Ciao KSC-Fans,
lange haben wir uns bewusst in der Öffentlichkeit zurückgehalten, um dann letztendlich gegen Hannover erstmalig Martin Müller zum Rücktritt aufzufordern.
Dieser Forderung vorangegangen sind viele Gespräche mit allen Beteiligten. Ziel dieser Gespräche war es den Konflikt hinter den Kulissen zu befrieden und eine weitere öffentliche Schlammschlacht zu vermeiden. Die Mitgliederversammlung ist dann aus unserer Sicht positiv verlaufen – die Abwahlanträge waren vom Tisch und Martin Müller hat durch die verweigerte Entlastung einen Warnschuss erhalten. Einen Tag später nach der Aktionärsversammlung sah die Welt schon wieder komplett anders aus und der Konflikt ging in eine neue Runde.
Seitdem brodelte der Konflikt hinter den Kulissen weiter, nahm auch Einfluss auf das operative Geschäft und eine Lösung war und ist nicht in Sicht.
Um diese Sackgasse zu verlassen, gibt es unserer Ansicht nur einen Ausweg: Die Abwahl von Martin Müller auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung.
Klarstellen möchten wir hiermit auch, dass dies keinen Freischein für alle anderen Akteure darstellt. Auch wir denken, dass in der Vergangenheit nicht alles Ideal gelaufen ist. Kritik ist hier durchaus berechtigt. Diese Kritik muss aber in den Gremien oder auf der Mitgliederversammlung angesprochen und diskutiert werden. Eine Schlammschlacht in den Medien schädigt das Ansehen unseres Vereins und wird niemals zum Ziel führen.
29.02. – Müller abwählen!
ULTRA1894
Stellungnahme zum DFL-Statement vom 08.02.2024
„Mitsprache durch Fans und Mitglieder in den Vereinen gehören wesentlich zum deutschen Fußball“
Immerhin eine überraschend positive Aussage, die das Mitspracherecht der Fans als wichtiges Gut des deutschen Fußballs preist. Überraschend deswegen, da vor allem der Prozess rund um die Abstimmung zum Investoreneinstieg mal wieder gezeigt hat, wie wichtig der DFL die Meinungen der Fans und Mitglieder sind. Fakt ist, dass bei der Entscheidung hinsichtlich des Deals Meinungen der Fans ignoriert und bis zu den massiven Protesten der vergangenen Wochen auch nicht beachtet wurden. Dabei hätte bereits nach den unübersehbaren Einwänden unsererseits im vergangenen Mai klar sein sollen, dass die Anhängerschaften einer Finanzierung durch Private-Equity-Investoren äußerst kritisch gegenüberstehen. Umso bezeichnender, dass die Einladung an Fanorganisationen auch erst Monate nach der illegitimen Abstimmung und den daraus resultierenden massiven Protesten erfolgte. Ein Gespräch auf Augenhöhe, bei dem die Möglichkeit zu Kompromissen besteht, sieht definitiv anders aus.
„Der deutsche Weg: 50+1“
Was zu Beginn nur eine Vermutung darstellte, ist mittlerweile ein offenes Geheimnis. Durch die „Ja“- Stimme von Martin Kind als Vertreter von Hannover 96 wurde klar entgegen der 50+1-Regel gehandelt Sollte der DFL also, wie in ihrem Statement betont, der vermeintliche „deutsche Weg“ wichtig sein, führt kein Weg an einer transparenten Neuabstimmung vorbei. Die Stimme von Hannover 96 muss hierbei gemäß der Weisung des Muttervereins Hannover 96 e.V. von vornherein als „Nein“ gewertet werden. Leider ist das Bekenntnis zu 50+1 nur noch eine leere Worthülse, ausgehöhlt von Sonderregelungen und dem fehlenden Willen der DFL ihrer Wächterfunktion über die Einhaltung der Vorgaben nachzukommen. Das einzig existente „Horrorszenario“ findet wohl aktuell in der Zentrale der DFL statt: Eine juristische Überprüfung der Legitimation der Abstimmung zum Investoreneinstieg vom 11.12.2023!
„Es gibt keinen Einfluss eines Vermarktungspartners auf den sportlichen Wettbewerb, Anstoßzeiten oder Spielorte“
Immerhin findet sich hier eine inhaltliche Vertiefung der vielzitierten „roten Linien“, die der Öffentlichkeit bisher recht schwammig verkündet wurden. Leider wird ein Teil der Realität bewusst verdreht. „Nachhaltig wirtschaftende Clubs“ sind wohl eher eine Wunschvorstellung – das Drängen einiger auf Investitionen Externer verdeutlicht schon recht eindeutig, in welcher finanziellen Schieflage sich viele der Vereine befinden. Rote Linien zählen erst dann etwas, wenn diese dauerhaft und glaubwürdig umgesetzt werden können. Weder wird einer der nun handelnden Protagonisten den Prozess über die nächsten zwanzig Jahre begleiten, noch wird der mögliche Investor langfristig einer ausbleibenden Profitschöpfung tatenlos zusehen. Immerhin geht es sowohl Blackstone wie auch CVC um reine Gewinnmaximierung, nicht um den Erhalt des basisorientierten Profifußballs in Deutschland. Zum jetzigen Zeitpunkt wird bewusst vermieden über eine mögliche Aufsplittung der Spieltage zu sprechen, doch wird gekonnt außen vorgelassen, dass eine indirekte Einflussnahme zur Erwirtschaftung von beidseitig profitabler Gewinnerwirtschaftung die Vereine auf lange Sicht zu eben genau diesem Handeln zwingen wird. In Vorbereitung auf die Rechtevergabe ab der Saison 2025/2026 wurde nicht umsonst eine Steigerung der fanunfreundlichen Anstoßzeit am Sonntagabend um 19:30 Uhr, unter dem Deckmantel der Ausweitung der internationalen Clubwettbewerbe beschlossen. Ein Blick nach Frankreich sollte reichen, um die Möglichkeiten der indirekten Einflussnahme, übrigens ebenso durch den Investor CVC, zu verdeutlichen – selbst die dortigen Antikorruptionsbehörden ermitteln inzwischen wegen der Modalitäten rund um den Einstieg. Dem schnellen Drang nach mehr Geld folgt oft die Notwendigkeit, mehr Veränderung zu wagen. Diese Veränderungen werden uns Stadiongänger wie so oft am härtesten treffen.
„Die DFL sieht eine falsche Kommerzialisierung“
Was reflektiert und zunächst beschwichtigend klingt, ist nicht mehr als heiße Luft. Während man die Kommerzialisierungsspirale auf dem Rücken der Mitglieder der Vereine nahezu überdreht, wird von einer einheitlichen europäischen Kaderkostenobergrenze geschwafelt. Blanker Hohn, sollte man doch hier zunächst vor der eigenen Haustür kehren. Die Annahme, man könne in den anderen europäischen Topligen das Rad zurückdrehen, ist an Absurdität kaum noch zu überbieten. Wer „auf eine gesunde wirtschaftliche Weiterentwicklung setzt“, sollte zunächst den Wettbewerb in den eigenen Ligen fair gestalten. Dazu finden sich wiederholt keine nachvollziehbaren Ansätze, was im Umkehrschluss erneut die Frage offenlässt, wie relevant die Wünsche der Basis für die DFL und insbesondere deren Präsidium sind.
Die thematisierten Aussagen lassen uns wiederholt mit einem düsteren Gefühl in die Zukunft blicken. Eine ehrliche Aufarbeitung rund um die illegitime Abstimmung im vergangenen Dezember ist wiederholt verpasst worden. Stattdessen wird versucht das Bündnis der deutschen Fanszenen durch die Einladung zur Teilnahme an einer reinen Scheindebatte zum Schweigen zu bringen. Unsere Forderung nach einer transparenten Neuabstimmung ist seit Wochen bekannt, nicht einmal eine Erwähnung war das der PR-Abteilung der DFL wert. Ein klares Zeichen an uns, wenn auch nett formuliert – ein Gesprächsansatz auf Augenhöhe scheint seitens der Verantwortungsträger nicht erwünscht zu sein.
Seid euch bewusst: Die deutschen Fanszenen haben einen langen Atem! Eure leeren Worte werden unseren Widerstand gegen euer Vorhaben nicht brechen! Wir sehen uns am Wochenende in den Stadien der Republik!
Wir werden kein Teil eures Deals sein!
Das Ergebnis der DFL-Vollversammlung hinsichtlich des Investoreneinstiegs stellt einen Dammbruch für die Bundesliga dar. Wenig ist von der während der Pandemie beschworenen Demut des Profifußballs geblieben – stattdessen entschieden sich die windigen Vereinsvertreter in einem äußerst intransparenten Prozedere für den Weg des Geldes. Wenig überraschend stehen nun auch besonders zweifelhafte Investoren schon mit einem Fuß in der Tür, wodurch sich die viel zitierte Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung endgültig als reine Floskeln entpuppen.
Dass für Entscheidungen dieser Tragweite eine Zustimmung der Mitgliederversammlungen der Vereine zwingend notwendig sein sollte, scheint offenbar nicht mit dem Demokratieverständnis vieler Clubvertreter vereinbar zu sein. Wir als das scheinbare Fußvolk sollen durch die herbeigefaselten „roten Linien“, die die Einflussnahme durch die potenziellen Investoren angeblich begrenzen, ruhiggestellt werden. Doch was eine realistisch bevorstehende Zerstückelung der Spieltage oder gar die Austragung von Topspielen im Ausland angeht, sollten wir Stadiongänger uns dennoch nicht blenden lassen! Ein Vertrag, der über zwei Jahrzehnte abgeschlossen wird, öffnet auf lange Sicht die Büchse der Pandora, die weitere Investoreneinstiege nicht ausschließt – ganz im Gegenteil. Seid euch sicher, die unbändige Gier nach Profit wird sich mit der Zeit nicht legen und gleichzeitig aber die finanziellen Zwänge in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nur noch mehr zunehmen. Die unwirsche Aufforderung an Kritiker, sich der Entscheidung zu unterwerfen und den „Deal“ nicht zu gefährden, zeugt nur von dem fortschreitenden Realitätsverlust in den Gremien der DFL.
Dass wir ein nicht unbedeutender Teil des Produkts Bundesliga sind, das mit all seinen stimmungsvollen und gut gefüllten Stadien glänzt, ist uns durchaus bewusst. Auch wir können uns nicht davon freisprechen, wöchentlich die Fernsehzuschauer mit großen Choreografien und beeindruckenden Gästeauftritten vor die Mattscheibe zu locken. Während der Alltag auf den Rängen in anderen europäischen Topligen oft einem Trauerspiel gleicht, dient die lebendige Fankultur in Deutschland als ein Alleinstellungsmerkmal. Doch gerade deswegen ist unsere Teilhabe an dem Produkt Bundesliga zugleich auch unsere größte Waffe! Wir haben unseren Anteil am Wert des Profifußballs in den eigenen Händen. Nicht nur bei der Abschaffung der Montagsspiele oder der Aussetzung von Kollektivstrafen konnten wir bereits in der Vergangenheit unsere Stärke als Gemeinschaft der Fanszenen unter Beweis stellen. Die Freiheit unserer Kurven und damit auch die der Vereine, denen wir unermüdlich folgen, ist für uns unverhandelbar! Der angebliche Dialog auf Augenhöhe mit der Basis war schon lange eine leere Worthülse – nun müssen wir uns anderweitig Gehör verschaffen! Und um gehört zu werden, wird man von uns nichts hören. Zumindest die ersten zwölf Minuten der Spiele am kommenden Wochenende nicht. Wir sind nicht bereit, dem Ausverkauf des Deutschen Fußballs tatenlos zuzusehen. Um zu verdeutlichen, dass der vielbeschworene 12. Mann bundesweit nicht bereit ist, als Teil der Verhandlungsmasse des DFL-Deals mit dubiosen Investoren herzuhalten, werden wir zwölf Minuten schweigen.
Den Investoreneinstieg sehen wir als einen elementaren Angriff auf den basisorientierten Volkssport Fußball hierzulande. Die Funktionäre mögen Medienrechte verscherbeln können, doch gleichwohl können wir unsere eingebrachten Anteile am Produkt Bundesliga selbst beeinflussen. Unsere Ressourcen im Kampf gegen die Profitgier und Willkür der DFL werden wir kollektiv bündeln. Noch könnten die Geschäftsführer der Liga das verhängnisvolle Investmentprojekt stoppen. Wir werden diesen Weg genauestens im Visier behalten!
Die Fanszenen Deutschlands im Dezember 2023
Es bleibt dabei: Nein zu Investoren in der DFL!
Der erste Anlauf einen Investor für die DFL zu gewinnen, ist im Frühjahr dieses Jahres auf der Mitgliederversammlung der DFL krachend gescheitert. Nun unternimmt die DFL einen weiteren Anlauf und möchte am 11.12. eine Entscheidung darüber fällen, die Geschäftsführung erneut in Verhandlungen mit potenziellen Investoren zu schicken und diesen gleichzeitig die Vollmacht zur Unterzeichnung zu erteilen.
Beim ersten Blick auf das neue Vorhaben bemerkt man, dass einige Kritikpunkte von uns Fans bei der DFL angekommen sind, wichtige Kritikpunkte aber unbeachtet geblieben sind. Es ist beispielsweise keine Rede mehr von einem Auszahlungstopf, aus dem u.a. 300 Millionen Euro zur freien Verfügung an die Vereine gegangen wären, welche in erster Linie der „Flutung des Marktes mit Geld“ gedient hätten. Die größten Sorgen von uns Fans wurden zwar augenscheinlich von der DFL erkannt, können uns jedoch auch durch den zweiten Vorschlag für einen Investoreneinstieg nicht glaubwürdig genommen werden. Die DFL mag betonen, dass die „Hoheit über Spielplanung und Anstoßzeiten“ auch in Zukunft bei der DFL liegen wird. Eine Ausgleichszahlung an die Vereine für die Mindereinnahmen durch die Beteiligung des Investors an den zukünftigen Medienerlösen ist jedoch nur für die nächsten fünf Jahre einkalkuliert. Vereine und Investor werden also gleichermaßen darauf angewiesen sein, die Medienerlöse schon in den kommenden fünf Jahren um mindestens neun Prozent zu steigern, nur um den Status Quo zu erhalten. Eine Erklärung dafür, wie man die Medienerlöse kurzfristig signifikant steigern will, auch ohne zusätzliche Anstoßzeiten zu schaffen, liefert die DFL nicht. Die Mechanismen eines Investoreneinstiegs werden vermeintliche „rote Linien“ schon bald verschieben, ohne dass es dafür Stimmrechtsmehrheiten des Investors bedarf.
Auch der zweite Vorschlag für einen Investoreneinstieg in der DFL wird von den Fanszenen Deutschlands trotz der leichten Anpassungen abgelehnt!
Seit Jahrzehnten kritisieren die Fans in Deutschland die zügellosen Ausmaße der Kommerzialisierung. Spieler-, Berater- und Funktionärsgehälter haben mittlerweile völlig ungerechtfertigte Sphären erreicht und sind nicht solide gegenfinanziert. Anders kann nicht erklärt werden, dass die Pläne des Milliarden-Unternehmens Profifußballs nicht aus dem laufenden Betrieb finanziert werden können.
Selbst wenn man die Einschätzung teilt, dass die mediale Aufbereitung nicht gut ist, so bleibt doch die Frage, ob man es sich hier nicht wieder zu einfach macht. Alle anderen Probleme werden totgeschwiegen und die Lösung ist ein Investor? Hier wird eine Kernproblematik der ganzen Branche gespiegelt. Seit Jahren ist die Antwort auf jedes Problem in der Bundesliga das „Hinzuziehen von Partnern“ aka Investoren. Anstatt das eigene Handeln zu hinterfragen, ist man im Kreislauf seines unsoliden und nicht nachhaltigen Wirtschaftens, welches einem erst neulich während der Corona-Pandemie massiv auf die Füße fiel, immer auf der Suche nach dem nächsten Geldhahn. Hat man wirklich nur diese eine Schablone, um Probleme zu „lösen“ und sein Unternehmen zu führen? Ist der Blick zu verengt auf die mediale Aufbereitung eines mäßig spannenden Wettbewerbs? Die Bundesliga hat zahlreiche andere Probleme. Anstatt der um Meilen entfernten Premier League hinterher zu hecheln und erneut auf eine schnelle, externe Finanzspritze zu setzen, sollte der Deutsche Fußball dringend eine eigene solide, nachhaltige Vision mit der Besinnung auf die eigenen Stärken entwickeln.
Auch im neuen Anlauf ist das Ziel klar: Das Rad der Kommerzialisierung soll weitergedreht werden. Doch ist dies nicht eine klare Zockerei? Alle Gedanken um einen neuen Investor basieren auf der Grundannahme, dass die Bundesliga weiterhin ein attraktives Produkt darstellt sowie weiteres Wachstum möglich ist. Woher nimmt man bei der DFL diese Gewissheit? Sorgte in den letzten Jahren nicht gerade die Überkommerzialisierung des Fußballs für eine fortschreitende Entfremdung der Basis vom einstigen „Volkssport Fußball“? Sind die Probleme in anderen Ländern wie Frankreich oder Italien bei der gewünschten Maximierung der Vermarktungserlöse an den handelnden Personen vorbei gegangen?
Doch frei von diesen grundsätzlichen Ansichten bleiben noch weitere inhaltliche Fragezeichen.
Braucht die DFL wirklich einen Investor?
Es scheint wie ein schlechter Witz und ist doch nur ein erneuter Beweis dafür, wie miserabel und nicht nachhaltig im deutschen Profifußball gewirtschaftet wird, wenn man für die im Raum stehende Summe wirklich einen Investor benötigen sollte und dieses Investment nicht aus den eigenen Mitteln stemmen kann. Immerhin erwirtschaften allein die achtzehn Erstligisten zusammen einen jährlichen Umsatz von über drei Milliarden Euro.
Wer investiert überhaupt mit welchem Geld?
Es gibt nach wie vor keinerlei Transparenz, wer die potenziellen Investoren aus dem Bereich Private Equity sind. Jenen Private Equity-Investoren geht es prinzipiell nur um Profit um jeden Preis. Die DFL hat zudem überhaupt keinen Plan, oder sogar kein Interesse, wie zentrale Werte sichergestellt werden und die Mittelherkunft geprüft werden soll. Zumindest Teile des großen Gelds könnten aus Menschenrechtsverstößen, Waffenlieferungen oder sonstigen gesellschaftlichen Problemfeldern entstammen.
Zuschuss zu Auslandsreisen?
Auch hier fehlt jegliche Transparenz, auf welcher Basis diese Zuschüsse ausgezahlt werden. Warum ist dies überhaupt die Aufgabe der DFL? Welchen Mehrwert verspricht man sich von einer Auslandsreise eines Clubs, dessen Einzugsgebiet bereits innerhalb Deutschlands die eigene Region kaum übersteigt? Werden ohnehin schon zur Genüge alimentierte Clubs noch weiter unterstützt, wenn sie ihr Trainingslager in Zukunft bei möglichen „Partnerclubs“ in New York oder Brasilien abhalten?
Ungleiche Verteilung der internationalen Vermarktungserlöse!
Allen voran die internationale Vermarktung wird von der DFL als Hebel für Mehreinnahmen in Zukunft gesehen. Eine weitere Verteilung nach dem aktuellen Vergabeschlüssel, bei möglicherweise noch höheren Einnahmen, würde den Status quo mehr als nur zementieren. Die finanzielle Schere innerhalb der Vereine, aber auch zwischen erster und zweiter Bundesliga würde nur noch weiter auseinander gehen.
Die Entscheidung muss bei der Basis liegen!
Unter diesen Voraussetzungen darf es keine positive Abstimmung über eine reine Verhandlungsmasse geben. Es gibt keinen Grund den DFL-Geschäftsführern einen Freifahrtschein zum Vertragsabschluss zu geben. Wenn, dann muss über einen fertigen und unterschriftsreifen Vertragsentwurf mit einem der Öffentlichkeit bekannten Partner abgestimmt werden. Die Bestätigung dessen, sollte final aber nicht nur durch die Vertreter der zum Großteil ausgegliederten Kapitalgesellschaften, sondern durch die Mitgliederversammlungen aller Stammvereine der DFL erfolgen.
Die Fanszenen Deutschlands im Dezember 2023
Nein zu Investoren in der DFL


Mit dem Plan die Liga durch den Einstieg eines Investors attraktiver und zukunftsfähiger zu gestalten, befindet sich die DFL erneut auf dem Irrweg der Kommerzialisierung.
Anstatt endlich wirklich tiefgreifende Reformen anzugehen, die den sportlichen Wettbewerb stärken und schützen, wird die Zukunft des Fußballs für kurzfristige Einnahmen verkauft.
Wieder einmal wird dabei deutlich, dass einige wenige Funktionäre im Hinterzimmer Entscheidungen treffen und Weichen stellen, die über Jahrzehnte hinaus uns alle als Fußballfans betreffen.
Ohne die engagierte Arbeit der Fanszenen und einiger Journalisten hätte dieser Vorgang gänzlich ohne öffentliche Diskussion stattgefunden.
Auch jetzt noch wird durch eine intransparente Informationspolitik seitens der DFL versucht, die Entscheidungshoheit bei einem kleinen
Kreis von Personen zu belassen.
Daher fordern die Fanszenen Deutschlands:
- Transparenter Umgang mit den Medienrechten und der MediaCo KGaA.
- Offenlegung der Investoren und der Bedingungen der Zusammenarbeit.
- Bestätigung sämtlicher Entscheidungen durch alle Stammvereine der 36
Mitgliedsvereine.
Schluss mit dem Vermarktungswahn – Nein zu Investoren in der DFL!
Fanszenen Deutschlands im April 2023
Stellungnahme zum Testspiel gegen Red Bull
Wir fragen uns: Wo ist denn jetzt diese Haltung des KSC zu bestimmten Themen, die in den letzten Wochen und Monaten so oft genannt wurde?
Nein zu RB!
76ers Karlsruhe
9er Sektion Karlsruhe
Baden – Badener Selection 2013
Baden Empire
Badische Bierhopper
Badische Deaf KSC
Bierkonsumverein
Blaue Rebellen
Blau-Weiße KSC Freunde
Blau-Weiß statt Braun
Blau Weiße Schdoirassler
Blue Familia Karlsruhe
Blue White 76
Blue-White Borderland
Blue’s Brothers
Bullterrier
Dreckstruppe Karlsruhe
FächerCrew
Fanclub Pyramide
Goldstadt Crew
Granade Freilse
KSC Fans im Osten
KSC Rollstuhlflitzer e.V
Liebe Kennt Keine Liga
Longebrigger Wikinger
Oberrheinbande Karlsruhe
Pegasus Karlsruhe
Remchinger Jungs
Sektion Straubenhardt
Stammtisch Fächerstadt
Südbaden’81
Symbadisch Verstreute
WildparkJunxx
WWW
ZSKA München
20. März – Fußball für alle!
Die Nachrichten in Sachen Corona haben sich in den letzten Wochen wieder einmal überschlagen: Ab dem 20. März sollen alle „tiefgreifenden“ Corona-Maßnahmen fallen – wie immer gibt es also ein Hintertürchen und das ist nach dem bisherigen Pandemieverlauf auch durchaus verständlich.
Wir wissen heute noch nicht, wie die Lage in den nächsten Wochen und Monaten sein wird. Wir verstehen die Ankündigungen aus der Politik allerdings so, dass die meisten Einschränkungen bald fallen. Das heißt für uns: Wir gehen davon aus, dass auch beim Stadionbesuch wieder Normalität einkehrt. Die Einschränkungen der vergangenen Monate dürfen die Pandemie nicht überdauern. Die letzten zwei Jahre Fußball waren alles, nur nicht unsere Normalität und dürfen auch niemals dazu werden!
An dieser Stelle nehmen wir deshalb die Verbände und Funktionäre in die Pflicht. In den letzten zwei Jahren haben sie sich nicht mit Ruhm bekleckert, aber stetig beteuert, wie wichtig Fans für den Fußball sind. Jetzt ist die Zeit gekommen, sich ebenfalls für einen Fußball ohne Einschränkungen auf allen Ebenen einzusetzen. Dies bedeutet:
- Volle Auslastung der Stadien inklusive der Stehplätze
- Keine Zutrittsbeschränkungen
- Keine Maskenpflicht unter freiem Himmel
- Keine personalisierten oder digitalen Tickets
- 10 % Gästekontingent
- Keine Kompensation der Verluste der Pandemiezeit durch Preiserhöhungen für das Stadionpublikum
Das wäre ein nachhaltiger Schritt für alle Stadionbesucher!
Während sich der Stadionbesuch wieder normalisiert, ist das System des Profifußballs weiterhin kaputt. Deshalb erinnern wir noch einmal an unsere Forderungen für einen nachhaltigeren Fußball, die sich seit Beginn der Pandemie nicht verändert haben. Wir fordern:
- Wettbewerbsfördernde, ligaübergreifende Verteilung der Fernsehgelder!
- Verpflichtende Bildung von Rücklagen, um künftige Krisen besser überstehen zu können!
- Erhalt der 50+1-Regel und eine Ende von Finanzdoping!
- Gehalts- und Transferobergrenzen!
- Beschränkung der Einflüsse der Spielerberater!
- Obergrenzen für Spielerkader!
Groß waren vor zwei Jahren die Lippenbekenntnisse. Groß war die vermeintliche Demut in der finanziellen Not. Verändert hat sich bislang nichts.
Der Fußball braucht Veränderungen. Der Stadionbesuch muss fanfreundlich sein.
Jetzt seid ihr dran: Lasst den Worten Taten folgen.
Fußball für alle!
Die Fanszenen Deutschlands im März 2022
Für immer Wildparkstadion!
Der KSC befindet sich derzeit im Umbruch – das bringt sowohl positive als auch negative Veränderungen mit sich.
In den letzten Tagen wurde der Name unserer Spielstätte an einen Sponsor vermarktet und damit der Ausverkauf des Fußballs auch bei uns wieder ein Stück weit vorangetrieben.
Auch wenn die Bedingungen, welche für den Fall einer Vermarktung durch den Fandachverband Supporters gestellt wurden, größtenteils erfüllt worden sind, stehen wir der Vermarktung des Stadionnamens weiterhin grundsätzlich ablehnend gegenüber.
Der Name Wildparkstadion ist untrennbar mit der Tradition und Geschichte unseres Vereins verbunden und deshalb unverhandelbar.
Für uns Ultras und hoffentlich alle anderen KSC-Fans wird unser Stadion an diesem Standort für immer das Wildparkstadion Karlsruhe bleiben.
Wir sind Karlsruh‘, der Wildpark uns’re Heimat!
ULTRA1894
Info zur neuen Saison
Ciao Gegengerade,
in wenigen Wochen startet die neue Saison und langsam zeichnet sich auch eine Rückkehr von Fans ins Stadion ab – unter welchen Konditionen auch immer. Eine Rückkehr um jeden Preis wird es für uns aber nicht geben.
– personalisierte Tickets
– Zuschauerbeschränkungen
– Gästefanverbote
– Auflagen, die dem Normalzustand einer Fankurve entgegenstehen
Diese Dinge haben wir vor Corona bekämpft und werden sie auch nach der Pandemie nicht akzeptieren. Unter diesen Umständen ist eine Rückkehr in das Stadion für uns nicht denkbar.
Gleichwohl möchten wir hiermit aufrufen, dass sich jeder KSC-Fan eine Dauerkarte holt. Unterstützt damit unseren Verein und sichert euch euren Platz auf der neuen Gegengerade. Sobald das Ausleben unserer Fankultur wieder möglich ist, werden wir diese gebührend einweihen.
Für diese Kurve, für diese Farben!
ULTRA1894
TV-Gelder fair verteilen!
Im Frühling sahen sich die Fußballvereine der ersten beiden Ligen ob wirtschaftlicher Zwänge in der Not, den Spielbetrieb schnellstmöglich wieder aufzunehmen. Die zügige Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber den TV-Sendern wurde als einzige Möglichkeit ins Feld geführt, um einen wirtschaftlichen Kollaps des Systems Profifußball in Deutschland zu verhindern.
Um hierfür während noch unklarer Pandemielage für Verständnis zu werben, zeigten sich Vereine und Verbände selbstkritisch. Es gebe Fehlentwicklungen, man könne nicht so weitermachen, es brauche neue Rahmenbedingungen für den Fußball.
Dann rollte der Ball wieder, die Saison ging zu Ende, die nächste Spielzeit begann. Reformen? Fehlanzeige! Wenigstens ein Grundsatzbeschluss, der den Willen zur Veränderung bekundet? Fehlanzeige!
Stattdessen Schweigen im Walde bei den großen Protagonisten des „Re-Start“.
Nun steht die Entscheidung über die künftige Verteilung der Einnahmen aus der nationalen und internationalen TV-Vermarktung bevor. Hier hören wir nun endlich einige reformwillige Stimmen aus dem Ligaestablishment. Diese Stimmen sind auch verdammt wichtig. Doch noch bleiben die Forderungen hinter den bekannten Erwartungen vieler Fans, wie dem detaillierten Konzept von „Zukunft Profifußball“, zurück. Die Neuverteilung der TV-Gelder ist gleichzeitig ein Test, ob die Worte im Frühjahr die erwartete Nebelkerze oder doch ehrlich gemeint waren. Eine deutlich gleichmäßigere Verteilung der TV-Gelder kann nicht alle Fehlentwicklungen der letzten 30 Jahre rückgängig machen, aber sie ist ein erster Schritt in Richtung substanzieller Veränderungen. Weitere Reformen zur Förderung eines ausgeglicheneren Wettbewerbs, aber auch eines nachhaltigen Wirtschaftens müssen folgen.
Der Ball befindet sich nach wie vor bei den Funktionären der Vereine und Verbände. Wenn der Fußball als gesamtgesellschaftliches Ereignis eine Perspektive haben soll, tun diese gut daran, die Vorschläge aus den Kurven endlich ernst zu nehmen und als Auftrag zu begreifen.
Fanszenen Deutschlands
Der Ball rollt, doch das System bleibt krank
Wir drehen die Uhr ein Jahr zurück. Es gibt irgendwo in Deutschland ein Hochrisikospiel. Der Ausschluss von Gästefans wird diskutiert, irgendjemand wirft mal wieder die Debatte um personalisierte Tickets auf und an das Alkoholverbot bei solchen Spielen hat man sich fast schon gewöhnt. Von den Fanszenen gibt es Widerstand. Das Spiel läuft friedlich ab. Diskussionen um Einschränkungen haben sich erst einmal (wieder) erübrigt.
2020 ist Coronajahr. Seit mehreren Monaten müssen wir in vielen Bereichen mit Einschränkungen leben. Sie sind sinnvoll und angebracht, um das Virus einzudämmen. Doch da es bei verschiedenen Freizeitangeboten durch entsprechende Hygienekonzepte bereits eine Rückkehr zur Normalität gibt, zieht auch der Fußball nach. Die DFL sieht in ihrem Konzept u.a. ein beschränktes Zuschaueraufkommen, ein Verbot von Gästefans, personalisierte Tickets, Abstandsregelungen oder ein Alkoholverbot vor. Widerstände gibt es dieses Mal keine, denn die Maßnahmen sind wichtig, um das Infektionsrisiko gering zu halten und mögliche Infektionsketten nachzuverfolgen.
Die Maßnahmen sind notwendig, um eine Rückkehr von Zuschauern ins Stadion überhaupt zu ermöglichen. Und so viel darf verraten sein: Der ein oder andere von uns wird so schnell wie möglich auch wieder im Stadion sein, um die Spiele live zu verfolgen.
Doch vereinbar mit dem Ausleben einer Fankultur sind die Maßnahmen sicher nicht. Das fordern wir auch gar nicht, da sie gesundheitspolitisch eben ihren Sinn haben. Aber es gilt, sie kritisch zu hinterfragen. Der DFL kann man als Fußballfan nicht trauen. Noch schlimmer: Corona hat gezeigt, wie wenig nachhaltig und sehr krisenanfällig der deutsche Fußball ist. Die DFL sollte mit sich selbst beschäftigt sein – ist es aber scheinbar nicht.
Keine ihrer Worthülsen zur Etablierung eines nachhaltigen Fußballs (siehe Forderungen der Fanszenen Deutschlands Mai 2020) hat sie bis jetzt erfüllt. Der Präsident des Sächsischen Fußballverbandes möchte sogar gerne personalisierte Tickets nach Ende der Maßnahmen beibehalten. Und inwiefern etwa ein Alkoholverbot die Pandemie eindämmen soll, bleibt fraglich. Zu den weiteren Punkten siehe: www.unserekurve.de/blog/unsere-positionen-zur-wiederzulassung-von-fans/. Außerdem lesenswert: www.unserfussball.jetzt.
So gibt es für uns zunächst keine Rückkehr ins Stadion oder gar einen organisierten Support. Erst wenn eine Rücknahme der Maßnahmen möglich ist, wie personalisierte Tickets oder ein Verbot von Gästefans, kommt auch für uns eine Rückkehr infrage. Während den Einschränkungen darf außerdem keine Weitergabe personenbezogener Daten an die Sicherheitsbehörden erfolgen. Zudem fordern wir, dass nach Ende der Pandemie alle getroffenen Maßnahmen ausnahmslos zurückgenommen werden. Der KSC hat uns dies in einem Gespräch zugesagt. Es kann nicht sein, dass unter dem Deckmantel von gesundheitspolitisch sinnvollen Maßnahmen langfristig die Rechte von Fans beschnitten werden. Die Idee des Sächsischen Verbandspräsidenten lässt dies leider befürchten. Die dringend notwendige Reform des Profifußballs muss weiter forciert werden und sollte nicht hinter spekulativen Sicherheitsfragen stehen. Die DFL ist und bleibt das Problem und nicht die Fans.
Supporters Karlsruhe 1986 e.V.
ULTRA1894
In der Krise beweist sich der Charakter
Nein, der Fußball befindet sich in keiner Krise – lediglich das Geschäftsmodell derjenigen kommt ins Wanken, die sich daran eine goldene Nase verdienen. Und nicht erst jetzt, aber aktuell mit voller Wucht, bekommt der Profifußball den Spiegel vor die Nase gesetzt, mit welcher Missgunst ein großer Teil der Bevölkerung auf den Profifußball blickt. Wir nehmen wahr, dass sich das Produkt Fußball eine Parallelwelt erschaffen hat, welche viele Fußballfans mit ausufernden Transfer- und Gehaltssummen, einer unersättlich wirkenden Gier nach Profit, Korruption bei Verbänden sowie dubiosen und intransparenten Beraterstrukturen (2017/18 ca. 200 Mio. €) in Verbindung setzen.
Wiederaufnahme des Spielbetriebs
Wir mögen aktuell nicht beurteilen und abschätzen können, wann ein vertretbarer Zeitpunkt gewesen wäre, den Ball wieder rollen zu lassen. Wir bewerten jedoch das Verhalten der Vertreter des Profifußballs als anstands- und respektlos, sich in der aktuellen Krisensituation derart aggressiv in den Vordergrund zu drängen. Der Gedanke, dass sich mit genügend Geld und ausreichender Lobbyarbeit Sonderwege bestreiten lassen, lässt sich leider nicht von der Hand weisen. Ein Vorpreschen bei der Inanspruchnahme routinemäßiger Screenings erachten wir als anmaßend, würden uns doch dutzende andere Institutionen einfallen, bei denen verdachtsunabhängige Testungen mehr Sinn ergeben würden. Übel stößt hierbei nicht die generelle Inanspruchnahme von Testkapazitäten auf, sondern weil sich der Profifußball eine soziale Relevanz anmaßt und eine Sonderbehandlung bewirkt, die in keinem Verhältnis zur aktuellen gesellschaftlichen Rangordnung steht.
Wir hätten vielmehr eine Vorgehensweise erwartet, welche der sozialen Verantwortung und der Vorbildfunktion des Fußballs gerecht wird.
Veränderungen
„Es steht außer Frage, dass künftig Nachhaltigkeit, Stabilität und Bodenständigkeit zu den entscheidenden Werten gehören müssen“. Zwar zeugt die von der DFL getätigte Aussage durchaus von Selbstkritik, zeigt jedoch gleichzeitig auch, nach welchem Maßstab bisher Entscheidungen getroffen wurden und in welchem Ausmaß man von wirtschaftlichen Interessen getrieben wurde.
Es ist jetzt, und nicht erst nach überstandener Krise, an der Zeit, über konkrete Veränderungen im Profifußball zu debattieren und Entscheidungen zu treffen:
1. Wettbewerbsfördernde, ligaübergreifende Verteilung der Fernsehgelder
Der aktuelle Verteilungsschlüssel sorgt dafür, dass die Schere zwischen finanziell starken und schwachen Vereinen immer weiter auseinandergeht. Eine gerechtere Verteilung fördert den sportlichen Wettbewerb und steigert die Attraktivität der Ligen.
2. Rücklagen
Es muss festgelegt werden, dass die Clubs Rücklagen bilden, um zumindest kurzfristige Krisen jeder Art überstehen zu können, ohne direkt vor der Insolvenz zu stehen. Hierbei muss vor allem Rücksicht auf die e.V.-Strukturen genommen und dafür adäquate Lösungen gefunden werden, ohne diese – ebenso wie 50+1, in Frage zu stellen. Schließlich ist der Verkauf von Substanz zur Rettung der Liquidität genau die Denkweise, die zur jetzigen Krise geführt hat. Daher ist der Umstand, dass die 50+1 Regel zum Teil in Frage gestellt wird, aus unserer Sicht vollkommen unverständlich.
3. Gehalts- und Transferobergrenzen
Spielern und Funktionären seien weiterhin wirtschaftliche Privilegien vergönnt. Analog zu Transfersummen sollten jedoch auch diese gedeckelt werden, um aktuelle Auswüchse zu stoppen und dem irrationalen und unverhältnismäßigen Wettbieten entgegenzuwirken.
4. Einfluss durch Berater beschränken
Rund um die Spieler hat sich ein Netzwerk an Profiteuren gebildet, welches für den Sport in keiner Weise produktiv ist. Dieses muss aufgedeckt, reglementiert und eingeschränkt werden.
Wenn man sich auf der Mitgliederversammlung des eigenen Vereins erklären lässt, wie gering der Bruchteil der teils horrenden Ablösesummen ist, der dem eigenen Verein tatsächlich zu Gute kommt, wird schnell sichtbar, dass an diesem System des modernen Menschenhandels einiges nicht stimmen kann.
Zu hoch sind die Beträge, die bei den Transfererlösen bei den Spielerberatern hängen bleiben, deren Handeln im Interesse ihrer Schützlinge oft durchaus angezweifelt werden darf. Hier ist leider zu vermuten, dass oft der Blick auf den eigenen Gewinn, das „Kasse machen“, im Vordergrund steht und Spieler die Clubs öfter wechseln, als das ihrer eigenen sportlichen Entwicklung zuträglich wäre.
Richtig problematisch wird es dann, wenn sich unter den großen Beratungsbüros kartellartige Strukturen bilden, die mit Absprachen unter der Hand die Transferzahlungen in die Höhe treiben. Der freie Markt aus Angebot und Nachfrage ist dann nachhaltig gestört und es entsteht eine Preisspirale, an der der Profifußball kein Interesse haben kann.
Ebenso muss den verschiedenen Investmentfirmen, welche sich an den Rechten der Spielertransfers beteiligen, ein Riegel vorgeschoben werden. Es darf nicht sein, dass sich Privatpersonen unter dem Deckmantel dieser Firmen die eigenen Taschen füllen und die Verbände die Augen verschließen!
Natürlich ist es in Ordnung und Teil des Wettbewerbes Fußball, wenn gute Spieler gute Gehälter erzielen und entsprechende Transfersummen kosten. Spieler sind (leider) auch eine Handelsware. Die Abartigkeiten, die hier aber in den letzten Jahren gewachsen sind, sind nicht Ausdruck eines gesunden Wettbewerbs.
5. Kader begrenzen
Durch aufgeblähte Spielerkader lagern die Vereine „Kapital“ auf Ihren Auswechselbänken. Manch ein Verein verpflichtet Spieler nur, damit diese nicht für die Konkurrenz auflaufen können und lässt sie dann auf der Bank oder Tribüne versauen. Vereine, die es sich leisten können, blähen ihre Kader künstlich auf. Dem Motto folgend „was ich habe hat schon mal kein anderer“. Das ist natürlich eine Strategie, gegen die Konkurrenten zu arbeiten. Ob sie sportlich ist, steht auf einem anderen Blatt.
Eine Begrenzung der Anzahl an Spielerleihen ist bereits geplant. Dies gilt es, auf die Reduzierung der Profikader auszuweiten. Ein beliebiges Aufstocken mit Nachwuchskräften sollte dennoch jederzeit möglich sein, denn würde es rein um die Absicherung gegen Ausfälle gehen, spricht absolut nichts dagegen, Nachwuchsspieler aus den eigenen Reihen hochzuziehen. In diesem Fall zeugt ein großer Kader mit eigenen jungen Spielern von einer nachhaltigen und guten Nachwuchsarbeit. Dies gilt es in Zukunft vermehrt zu fördern.
Ein „Zusammenkauf“ von Profispielern „auf Halde“ ist grundsätzlich abzulehnen. Das wird nicht zuletzt den Spielern nicht gerecht, deren Entwicklung dadurch nachhaltig gestört wird.
Wir werden genauestens verfolgen, ob auf die eigenen Worten der Verbandsvertreter und von Funktionären, den Fußball ändern zu wollen, auch Taten folgen. Schluss mit Ausreden und Heraufbeschwören von Unmachbarkeitsszenarien. Wir erwarten eine lösungs- und keine problemorientierte Herangehensweise mit transparenten Arbeitsschritten.
Fanszenen Deutschlands im Mai 2020

