Phönix aus der Asche #28

PadAHallo Gegengerade,

Nach längerer Schaffenspause können wir euch endlich eine neue Ausgabe unseres Fanzines Phönix aus der Asche präsentieren. Neben Spielberichten aus unserer Abstiegssaison gibt es unter anderem Berichte aus Berlin, Graz, Straßburg und Pisa. Dazu gibt es wie immer massig Bilder, z.B. vom 4. Karlsruher Kurvefeschd, Moser rockt! sowie der 40 Jahre Hertha und der KSC-Party.

Erhältlich ist das PadA vor und nach Heimspielen am Ultra-Container und im Fanprojekt sowie gegen Leverkusen zusätzlich bei den fliegenden Händlern im und ums Wildparkstadion.

Phönix Sons ’99

Für den Fußball, den wir lieben – gegen den Ausverkauf unserer Werte!

(Dieser Text war bereits am vergangenen Samstag Inhalt der Flyer, die beim Wiesbaden Heimspiel rund um das Wildpark-Stadion verteilt wurden.)

Endlich Samstag! Endlich wieder Fußball! Doch halt! In unserem Fall müsste es heißen: erstmals Fußball an einem Samstag – denn wir schreiben schon den 4. Spieltag der neuen Saison und mussten aufgrund der Terminierung unsere Spiele bis jetzt immer freitags oder mittwochs austragen. Der gute alte Samstag ist längst nicht mehr der Tag für den Fußball, was nur eine der schlimmen Entwicklungen in unserem Lieblingssport ist. Denn so wie der Liga-Spieltag von DFB und DFL aus Vermarktungszwecken längst auseinander gerissen wurde, gilt das auch für andere Bereiche im deutschen Fußball.

Obwohl die Vermarktung von unserer lautstarken Stimmung und farbenfrohen Choreographien Woche für Woche DFB und DFL positiv in die Karten spielt, sind kritische Fans jedoch kaum erwünscht: Kritische Spruchbänder werden zunehmend verboten und Schmähgesänge werden mit Geldstrafen belegt. Der KSC kassierte eine fünfstellige (!) Geldstrafe für Spruchbänder gegen RB Leipzig, die im Vorfeld sogar vom Verein genehmigt waren. Nach freier Meinungsäußerung fragt in solchen Momenten niemand mehr. Die „Marke“ Fußball soll tadellos sein, denn dadurch lässt sich mit ihr mehr Geld verdienen. Doch nicht nur wir KSC-Fans sind von dieser Entwicklung betroffen. Deutschlandweit setzen DFB und DFL mittlerweile fragwürdige Methoden und Dinge um:

  • Auftritte von Anastacia in der Halbzeitpause beim letzten Bayern-Heimspiel inklusive 8-minütiger Verzögerung der zweiten Halbzeit sowie ein Helene Fischer-Konzert beim DFB-Pokalfinale – Geht es hier überhaupt noch um Fußball?
  • Weitere massive Zerstückelung der Spieltage: Von der ersten bis zur vierten Liga findet der Spieltag von Freitag bis Montag,  teilweise sogar schon dienstags statt und selbst der eingefleischte TV-Zuschauer hat kein Interesse, sein Wochenende dauerhaft vor dem Fernseher zu hängen.
  • Für 15.000 € können sich Vereine der Regionalliga Südwest für ein Spiel gegen die chinesische U20 vom deutschen und chinesischen Fußballverband kaufen lassen. Wie lange wird es noch dauern, bis Startplätze generell erkauft werden können oder das DFB-Pokalfinale in Peking gespielt wird?
  • Die 50+1-Regel wird mehr und mehr gekippt: in Leipzig ist sie völlig umgangen worden und nun ist sie auch in Hannover praktisch außer Kraft gesetzt. Mitbestimmung im Verein ist auf dem Rückzug und Investoren Haus und Hof geöffnet. Sind wir bald Fan von Karlsruher CocaCola SC?

Dieser Entwicklung gilt es entschlossen entgegen zu treten und den Fußball nicht an geldgierige Funktionäre und Sponsoren zu verlieren. Egal ob bei Profivereinen oder den Amateurclubs in der C-Klasse. Fußball muss Volkssport für jeden bleiben!

Aktuell formiert sich eine breite Allianz aller deutschen Fanszenen und auch wir sind ein Teil davon. Zeigen wir den Verbänden gemeinsam welchen Weg wir für den Fußball einschlagen wollen! Beteiligt euch an den Protestaktionen in den nächsten Wochen – erhebt eure Stimme: Für den Fußball, den wir lieben – gegen den Ausverkauf unserer Werte!

Offener Brief eines ProFans Mitglieds an DFB-Präsident Reinhard Grindel anlässlich seiner Stellungnahme vom 02.08.2017

profansLieber Reinhard,
ich grüße dich aus der schwersten Zeit des Jahres – der Sommerpause. Woanders rollt schon der Ball, ich muss leider noch etwas geduldig sein. Sicher geht es dir wie mir und du hast über die lange Durststrecke der spielfreien Zeit ein wenig Frust angestaut. Anders kann ich mir deinen trotzigen Wutanfall am Anfang der Woche nämlich gar nicht erklären.
Ich weiß ja nicht, ob du dir mit deinem unrefkletierten und weltfremden Geschimpfe einen Gefallen getan hast, mein Lieber. Denn was du da forderst von den Ultras, dass dich diese hätten zu einem Gespräch bitten können, ist doch etwas geheuchelt. Vor allem angesichts der Tatsache, dass du dich in deiner Vergangenheit eher aufgrund deiner zurückhaltenden Art in aller Munde gebracht hast. Oder wie war das vor drei Jahren noch einmal mit der Abstimmung zur Novelle der Abgeordnetenbestechung?

Read more

Spruchbanderklärung zum 1. Spieltag

Osnabrück

Der KSC, in Person von Ingo Wellenreuther, wollte für das erste Heimspiel gegen Osnabrück alle Polizisten aus Karlsruhe und Umgebung einladen, die beim G20-Gipfel eingesetzt waren. Zum Glück war dies aus beamtenrechtlichen Gründen nicht möglich.

Das Schlimme daran: der KSC drückt sich sonst um jede Freikarte. Und da reden wir von Karten für Jugendliche, Bedürftige oder Ehrenamtliche und nicht für Leute, die sich einfach einen scheiß Job ausgesucht haben und deren Pflicht es eben ist, diesen auszuüben.