In der Krise beweist sich der Charakter

Nein, der Fußball befindet sich in keiner Krise – lediglich das Geschäftsmodell derjenigen kommt ins Wanken, die sich daran eine goldene Nase verdienen. Und nicht erst jetzt, aber aktuell mit voller Wucht, bekommt der Profifußball den Spiegel vor die Nase gesetzt, mit welcher Missgunst ein großer Teil der Bevölkerung auf den Profifußball blickt. Wir nehmen wahr, dass sich das Produkt Fußball eine Parallelwelt erschaffen hat, welche viele Fußballfans mit ausufernden Transfer- und Gehaltssummen, einer unersättlich wirkenden Gier nach Profit, Korruption bei Verbänden sowie dubiosen und intransparenten Beraterstrukturen (2017/18 ca. 200 Mio. €) in Verbindung setzen.


Wiederaufnahme des Spielbetriebs

Wir mögen aktuell nicht beurteilen und abschätzen können, wann ein vertretbarer Zeitpunkt gewesen wäre, den Ball wieder rollen zu lassen. Wir bewerten jedoch das Verhalten der Vertreter des Profifußballs als anstands- und respektlos, sich in der aktuellen Krisensituation derart aggressiv in den Vordergrund zu drängen. Der Gedanke, dass sich mit genügend Geld und ausreichender Lobbyarbeit Sonderwege bestreiten lassen, lässt sich leider nicht von der Hand weisen. Ein Vorpreschen bei der Inanspruchnahme routinemäßiger Screenings erachten wir als anmaßend, würden uns doch dutzende andere Institutionen einfallen, bei denen verdachtsunabhängige Testungen mehr Sinn ergeben würden. Übel stößt hierbei nicht die generelle Inanspruchnahme von Testkapazitäten auf, sondern weil sich der Profifußball eine soziale Relevanz anmaßt und eine Sonderbehandlung bewirkt, die in keinem Verhältnis zur aktuellen gesellschaftlichen Rangordnung steht.

Wir hätten vielmehr eine Vorgehensweise erwartet, welche der sozialen Verantwortung und der Vorbildfunktion des Fußballs gerecht wird.

Veränderungen

„Es steht außer Frage, dass künftig Nachhaltigkeit, Stabilität und Bodenständigkeit zu den entscheidenden Werten gehören müssen“. Zwar zeugt die von der DFL getätigte Aussage durchaus von Selbstkritik, zeigt jedoch gleichzeitig auch, nach welchem Maßstab bisher Entscheidungen getroffen wurden und in welchem Ausmaß man von wirtschaftlichen Interessen getrieben wurde.

Es ist jetzt, und nicht erst nach überstandener Krise, an der Zeit, über konkrete Veränderungen im Profifußball zu debattieren und Entscheidungen zu treffen:

1.       Wettbewerbsfördernde, ligaübergreifende Verteilung der Fernsehgelder

Der aktuelle Verteilungsschlüssel sorgt dafür, dass die Schere zwischen finanziell starken und schwachen Vereinen immer weiter auseinandergeht. Eine gerechtere Verteilung fördert den sportlichen Wettbewerb und steigert die Attraktivität der Ligen.

2.       Rücklagen

Es muss festgelegt werden, dass die Clubs Rücklagen bilden, um zumindest kurzfristige Krisen jeder Art überstehen zu können, ohne direkt vor der Insolvenz zu stehen. Hierbei muss vor allem Rücksicht auf die e.V.-Strukturen genommen und dafür adäquate Lösungen gefunden werden, ohne diese – ebenso wie 50+1, in Frage zu stellen. Schließlich ist der Verkauf von Substanz zur Rettung der Liquidität genau die Denkweise, die zur jetzigen Krise geführt hat. Daher ist der Umstand, dass die 50+1 Regel zum Teil in Frage gestellt wird, aus unserer Sicht vollkommen unverständlich.

3.       Gehalts- und Transferobergrenzen 

Spielern und Funktionären seien weiterhin wirtschaftliche Privilegien vergönnt. Analog zu Transfersummen sollten jedoch auch diese gedeckelt werden, um aktuelle Auswüchse zu stoppen und dem irrationalen und unverhältnismäßigen Wettbieten entgegenzuwirken.

4.       Einfluss durch Berater beschränken

Rund um die Spieler hat sich ein Netzwerk an Profiteuren gebildet, welches für den Sport in keiner Weise produktiv ist. Dieses muss aufgedeckt, reglementiert und eingeschränkt werden.

Wenn man sich auf der Mitgliederversammlung des eigenen Vereins erklären lässt, wie gering der Bruchteil der teils horrenden Ablösesummen ist, der dem eigenen Verein tatsächlich zu Gute kommt, wird schnell sichtbar, dass an diesem System des modernen Menschenhandels einiges nicht stimmen kann.

Zu hoch sind die Beträge, die bei den Transfererlösen bei den Spielerberatern hängen bleiben, deren Handeln im Interesse ihrer Schützlinge oft durchaus angezweifelt werden darf. Hier ist leider zu vermuten, dass oft der Blick auf den eigenen Gewinn, das „Kasse machen“, im Vordergrund steht und Spieler die Clubs öfter wechseln, als das ihrer eigenen sportlichen Entwicklung zuträglich wäre.

Richtig problematisch wird es dann, wenn sich unter den großen Beratungsbüros kartellartige Strukturen bilden, die mit Absprachen unter der Hand die Transferzahlungen in die Höhe treiben. Der freie Markt aus Angebot und Nachfrage ist dann nachhaltig gestört und es entsteht eine Preisspirale, an der der Profifußball kein Interesse haben kann.

Ebenso muss den verschiedenen Investmentfirmen, welche sich an den Rechten der Spielertransfers beteiligen, ein Riegel vorgeschoben werden. Es darf nicht sein, dass sich Privatpersonen unter dem Deckmantel dieser Firmen die eigenen Taschen füllen und die Verbände die Augen verschließen!

Natürlich ist es in Ordnung und Teil des Wettbewerbes Fußball, wenn gute Spieler gute Gehälter erzielen und entsprechende Transfersummen kosten. Spieler sind (leider) auch eine Handelsware. Die Abartigkeiten, die hier aber in den letzten Jahren gewachsen sind, sind nicht Ausdruck eines gesunden Wettbewerbs.

5.       Kader begrenzen

Durch aufgeblähte Spielerkader lagern die Vereine „Kapital“ auf Ihren Auswechselbänken. Manch ein Verein verpflichtet Spieler nur, damit diese nicht für die Konkurrenz auflaufen können und lässt sie dann auf der Bank oder Tribüne versauen. Vereine, die es sich leisten können, blähen ihre Kader künstlich auf. Dem Motto folgend „was ich habe hat schon mal kein anderer“. Das ist natürlich eine Strategie, gegen die Konkurrenten zu arbeiten. Ob sie sportlich ist, steht auf einem anderen Blatt.

Eine Begrenzung der Anzahl an Spielerleihen ist bereits geplant. Dies gilt es, auf die Reduzierung der Profikader auszuweiten. Ein beliebiges Aufstocken mit Nachwuchskräften sollte dennoch jederzeit möglich sein, denn würde es rein um die Absicherung gegen Ausfälle gehen, spricht absolut nichts dagegen, Nachwuchsspieler aus den eigenen Reihen hochzuziehen. In diesem Fall zeugt ein großer Kader mit eigenen jungen Spielern von einer nachhaltigen und guten Nachwuchsarbeit. Dies gilt es in Zukunft vermehrt zu fördern.

Ein „Zusammenkauf“ von Profispielern „auf Halde“ ist grundsätzlich abzulehnen. Das wird nicht zuletzt den Spielern nicht gerecht, deren Entwicklung dadurch nachhaltig gestört wird.

Wir werden genauestens verfolgen, ob auf die eigenen Worten der Verbandsvertreter und von Funktionären, den Fußball ändern zu wollen, auch Taten folgen. Schluss mit Ausreden und Heraufbeschwören von Unmachbarkeitsszenarien. Wir erwarten eine lösungs- und keine problemorientierte Herangehensweise mit transparenten Arbeitsschritten.

Fanszenen Deutschlands im Mai 2020

Quarantäne für den Fußball – Geisterspiele sind keine Lösung!

Die Frage, wann und in welcher Form wieder Profifußball gespielt werden darf, wurde in den vergangenen Tagen und Wochen viel diskutiert. In der nach wie vor teils unübersichtlichen gesellschaftlichen Situation wurden von verschiedenen Akteuren eine Vielzahl ethischer, epidemiologischer und anderer Argumente ins Feld geführt. Im Folgenden möchten wir uns, als bundesweiter Zusammenschluss der Fanszenen und mit Blick auf die DFL-Vollversammlung, zu dem Thema äußern:

Die Wiederaufnahme des Fußballs, auch in Form von Geisterspielen, ist in der aktuellen Situation nicht vertretbar – schon gar nicht unter dem Deckmantel der gesellschaftlichen Verantwortung. Eine baldige Fortsetzung der Saison wäre blanker Hohn gegenüber dem Rest der Gesellschaft und insbesondere all denjenigen, die sich in der Corona-Krise wirklich gesellschaftsdienlich engagieren. Der Profifußball ist längst krank genug und gehört weiterhin in Quarantäne.

Wir vertreten die klare Position, dass es keine Lex Bundesliga geben darf. Fußball hat in Deutschland eine herausgehobene Bedeutung, systemrelevant ist er jedoch ganz sicher nicht. Beschränkungen, die für vergleichbare Bereiche der Sport- und Unterhaltungsindustrie gelten, müssen auch im Fußball Anwendung finden. In einer Zeit, in der wir alle sehr massive Einschränkungen unserer Grundrechte im Sinne des Gemeinwohls hinnehmen, ist an einen Spielbetrieb der Bundesligen nicht zu denken. Wenn seit Wochen über einen Mangel an Kapazitäten bei CoVid-19-Tests berichtet wird, ist die Idee, Fußballspieler in einer extrem hohen Taktung auf das Virus zu untersuchen, schlicht absurd. Ganz zu schweigen von der Praxis eines Fußballspiels mit Zweikämpfen, eines normalen Trainingsbetriebes in Zeiten von Versammlungsverboten und eines gemeinsamen Verfolgens potenzieller Geisterspiele durch Fans.

Die Rede von gesellschaftlicher Verantwortung und Pläne für exklusive Testkontingente (über 20.000 Stück) für den Profifußball passen nicht zusammen. Wir verstehen, dass Vereinsfunktionäre durchaus rechtliche Verpflichtungen haben, im Sinne des finanziellen Wohls ihres Vereins zu handeln. In einer Situation jedoch, in der die gesamte Gesellschaft und Wirtschaft vor enormen Herausforderungen stehen, ist es für uns nicht nachvollziehbar, dass offenbar sämtliche Bedenken hintenangestellt werden, wenn es darum geht, den Spielbetrieb möglichst lange aufrechtzuerhalten, bzw. erneut zu starten.

Ganz offensichtlich hat der Profifußball viel tieferliegende Probleme. Ein System, in das in den letzten Jahren Geldsummen jenseits der Vorstellungskraft vieler Menschen geflossen sind, steht innerhalb eines Monats vor dem Kollaps. Der Erhalt der Strukturen ist vollkommen vom Fluss der Fernsehgelder abhängig, die Vereine existieren nur noch in totaler Abhängigkeit von den Rechteinhabern.

Die Frage, weshalb es trotz aller Millionen keinerlei Nachhaltigkeit im Profifußball zu geben scheint, wie die Strukturen und Vereine in Zukunft robuster und krisensicherer gemacht werden können, wurde zumindest öffentlich noch von keinem Funktionär gestellt. Das einzig kommunizierte Ziel ist ein möglichst schnelles ,,Weiter so!‘‘, das jedoch lediglich einer überschaubaren Zahl an Beteiligten weiterhin überragende Einkünfte garantiert. Das Gerede von zigtausenden Jobs halten wir schlicht in den meisten Fällen für einen Vorwand, weiterhin exorbitante Millioneneinkünfte für wenige extreme Profiteure zu sichern. Dies zeigt sich auch in der absoluten Untätigkeit des DFB, im Hinblick auf den Fußball unterhalb der 2. Bundesliga. Dass Geisterspiele hier viel stärkere Folgen hätten, als in den Ligen der DFL, wird ausgeblendet. Hauptsache das „Premiumprodukt“ kann weiterexistieren. Hier wird der DFB seiner Rolle nicht nur nicht gerecht, er zeigt auch wiederholt, wessen Interessen er vertritt.

Seit Jahren fordern Fans Reformen für eine gerechtere Verteilung der TV-Einnahmen und kritisieren die mangelnde Solidarität zwischen großen und kleinen Vereinen. Wir weisen auf Finanzexzesse, mangelnde Rücklagenbildung und die teils erpresserische Rolle von Spielerberatern hin. Die Gefahr der Abhängigkeit von einzelnen großen Geldgebern haben wir anhand von Beispielen wie 1860 München, Carl Zeiss Jena und anderen immer wieder aufgezeigt.

Spätestens jetzt ist es aller höchste Zeit, dass sich Fußballfunktionäre ernsthaft mit diesen Punkten auseinandersetzen. Die jetzige Herausforderung ist auch eine Chance: Die Verbände sollten diese Krise als solche begreifen und die Strukturen des modernen Fußballs grundlegend verändern. Es ist höchste Zeit!

In diesem Zusammenhang fordern wir:

  • Der aktuelle Plan der DFL, den Spielbetrieb im Mai in Form von Geisterspielen wieder aufzunehmen, darf nicht umgesetzt werden. Wir maßen uns nicht an, zu entscheiden, ab wann der Ball wieder rollen darf. In einer Situation, in der sich der Fußball auf diese Weise so dermaßen vom Rest der Gesellschaft entkoppeln würde, darf es jedoch nicht passieren.
  • Eine sachliche Auseinandersetzung mit der aktuellen Lage muss forciert und eine Abkehr vom blinden Retten der TV-Gelder vollzogen werden. Auch ein möglicher Abbruch der Saison darf kein Tabu sein, wenn die gesellschaftlichen Umstände es nicht anders zulassen. In diesem Fall sollten nicht nur Horrorszenarien in Form von drohenden Insolvenzen skizziert werden, sondern Lösungsmöglichkeiten in Form von Förderdarlehen, erweiterten Insolvenzfristen und anderen Kriseninstrumenten, denen sich auch die restliche Wirtschaft stellt, diskutiert werden.
  • Eine kommende Lösung muss maximal solidarisch sein. Es darf unter den Vereinen keine Krisengewinner- und verlierer geben. Die Schere zwischen ,,groß‘‘ und ,,klein‘‘ darf nicht noch weiter auseinandergehen. Ausdrücklich schließen wir damit auch die Vereine der dritten Liga und der Regionalligen mit ein, für die Geisterspiele ohnehin keine Option sind.
  • Die Diskussion über grundlegende Reformen, um den Profifußball nachhaltiger und wirtschaftlich krisensicherer zu gestalten, muss jetzt beginnen. Sie darf nicht nur von Fans und Journalisten geführt werden, sondern ist die zentrale Aufgabe der Verantwortlichen der Clubs und Verbände. Strukturen und Vereine müssen auf einen finanziell und ideell sicheren Boden zurückgeholt werden. Dabei muss die 50+1-Regel weiterhin unberührt bleiben.

Die Phase einer von der restlichen Gesellschaft komplett entkoppelten Fußballwelt muss ein Ende haben!

Fanszenen Deutschlands im April 2020

Stellungnahme zur aktuellen Corona-Situation

Aktuell gibt es wohl kein Thema, das unsere Gesellschaft so beschäftigt wie der Corona-Virus. Die aktuelle Entwicklung sollten alle, die in irgendeiner Form am Fußball beteiligt sind, ernst nehmen, den zuständigen Behörden vertrauen sowie deren Anweisungen und Empfehlungen folgen.
Daher werden wir zu keinem großen Treffen aufrufen, um die Vorsichtsmaßnahmen nicht zu torpedieren.

Wir prangern aber DFB und DFL an, die in dieser Situation keine einheitliche Linie finden. Der DFB sagt die nächsten zwei Spieltage der dritten Liga komplett ab – hier scheint das Infektionsrisiko wohl höher (oder der Profitverlust geringer?) als in den ersten beiden Ligen zu sein. Dahingehend überlässt die DFL die Verantwortung den Vereinen und möchte den Spielbetrieb fortsetzen. Inzwischen haben alle Vereine und Behörden sich darauf verständigt, ohne Zuschauer zu spielen. Spieler und Verantwortliche klagten bereits beim Nachholspiel von Mönchengladbach gegen Köln über die Atmosphäre im leeren Stadion und wieder einmal wird deutlich, dass der Fußball durch die Fans erst zu dem wird, was ihn ausmacht: ein Sport mit Stimmung und Emotionen.

Weiter stellt sich natürlich die Frage eines fairen Wettbewerbs, wenn Teams um wichtige Punkte im Kampf um die Auf- oder Abstiegsplätze plötzlich ohne die Rückendeckung mehrerer tausend Fans auskommen müssen.

Es scheint, als seien DFB und DFL ihrer enormen gesellschaftlichen Verantwortung wieder einmal nicht gewachsen oder sie verschließen sich dieser aufgrund von Vermarktungsrechten und finanzieller Einbußen. Nach den Äußerungen Christian Seiferts, die Liga müsse unbedingt zu Ende gespielt werden, gewinnt man zumindest diesen Eindruck.

Die Geisterspiele treffen dabei vor allem die Vereine, die prinzipiell Eintrittsgelder zurückerstatten würden, sobald der Käufer Anspruch erhebt. Wir schließen uns daher dem Aufruf des KSC an und bitten alle KSC-Fans, nicht von ihrem Anspruch auf Rückerstattung Gebrauch zu machen.

Die ganze Perversion der letzten Tage und besonders des deutschen modernen Fußballs zeigt sich besonders im Hinblick auf die Entwicklungen in anderen Ländern und Sportarten: In Italien setzt schon die Liga aus, Inter Mailand oder Real Madrid ziehen sich komplett zurück und sogar die nordamerikanische NBA, deren finanzieller Wert die Bundesliga bei Weitem übersteigt, wird nicht mehr zu Ende gespielt.
In Deutschland suchen DFB und DFL trotz der Krise immer noch Vermarktungs-Möglichkeiten mit Sky, um die Liga dem Konsumenten zu zeigen.

  • Wir fordern eine Unterbrechung der aktuellen Saison!
  • Verzichtet auf die Rückerstattung eurer Eintrittskarten, um unseren Verein in einer solch schwierigen Situation zu unterstützen.
  • Gleichzeitig fordern wir alle Personen in der aktuellen Situation zur gegenseitigen Solidarität auf!

ULTRA1894

JETZT ERST RECHT!

Vor rund zwölf Monaten schlossen sich bundesweit die Fankurven zusammen, um sich der voranschreitenden Zerstörung des Fußballs wie wir ihn kennen entgegen zu stellen. Nachdem medial zahlreiche Versuche all jener, die sich von dieser Kampagne in die Enge getrieben fühlten, misslangen, mussten sich diese Verantwortlichen bei DFB und DFL in den kommenden Monaten an ihren öffentlichen Aussagen messen lassen.

Die anfängliche Euphorie wich in den zwei erfolgten Standpunktgesprächen zwischen Vertretern der Fanszenen Deutschlands mit den Verantwortlichen aus DFB und DFL schnell. Viel mehr verfestigte sich abermals der Eindruck, man wolle diesen Dialog wie in den vergangenen Jahrzehnten nutzen, um mit einem medienwirksamen Gesprächsangebot und netten Worten die Taten um jeden Preis zu vermeiden.

Eine Mitschuld an den Entwicklungen tragen in zahlreichen Fällen auch die Vereinsvertreter. Oftmals offenbarte ein Blick hinter die Kulissen, dass Vertreter der Vereine im Innenverhältnis gegenüber den eigenen Fanvertretern Verständnis und Zusagen geben, um innerhalb der Liga-/Verbandsversammlungen dann genau gegenteilig zu agieren. Auch fehlt es hier ganz klar an einer lösungsorientierten Vernetzung und Eigeninitiative. Insbesondere in der Causa um die 50+1-Regel zeigte der Vorstoß des Vertreters vom FC St. Pauli eindrucksvoll, dass es unter den Vereinsvertretern deutlich Spielraum für mehr Eigeninitiative gibt, der noch ungenutzt ist. Die Vereinsvertreter sind mit Nichten die Abnicker von kommerziellen Plänen der Deutschen Fussball Liga, die allein aus Selbsterhaltungszwecken die Vermarktung der Ware Fussball vorantreiben muss. Die Vereinsvertreter sind die, die Werte und Wünsche der Basis aus Mitgliedern und Fans ihrer Vereine vertreten sollen.

Nur wenige Tage nach dem zweiten Gespräch stellte sich heraus, dass ab der Saison 2018/2019 sogar die 3. Liga einen Montagsspieltag haben wird, was im Rahmen des Gesprächs zu keinem Zeitpunkt seitens der Verbände angebracht wurde, obwohl mit Thomas Schneider eine selbsternannte Person mit der Kernkompetenz Faninteressen vertreten war. Alleine hier hätte die Brisanz des Themas auffallen müssen. Stattdessen wurde mit einer Pilotphase für die einheitliche Behandlung von Fanutensilien ein neuer Papiertiger geschaffen, der bis heute keine Ergebnisse vorzuweisen hat. In puncto Sportsgerichtbarkeit goss der DFB seine bisher intransparenten Strafen in horrenden Höhen lediglich in Formen und manifestierte sein willkürliches Ersatzstrafrecht in einem Strafenkatalog. Auch hier kann weder von einer Verbesserung im Sinne von Vereinen und Fans keine Rede sein. Von Transparenz fehlt weiterhin jede Spur, was auch die bis heute mangelnde Aufklärung der Causa Beckenbauer in Zusammenhang mit den Sommermärchen-Millionen oder im Falle des Funktionärs Curtius sehr eindrucksvoll widerspiegelt. Die vermeintliche Neurregelung der Regionalligen wurde in einem Hauruckmanöver zu einem Glücksspiel umfunktioniert, anstatt eine klare Regelung zu finden. Wir können diese Liste Punkt für Punkt abarbeiten um letztendlich unter dem Strich festzuhalten: Dem DFB und der DFL sind sich weder dem Gegenwert dieser ausgestreckten Hand der Fanszenen Deutschlands, noch den Konsequenzen dieser mangelnden Wertschätzung der Basis in den Stadien bewusst. Stattdessen manifestierte sich viel mehr der Eindruck, dass der Fussballsport noch weiter seiner sozialen und kulturellen Wurzeln beraubt werden soll, um ihn auf dem Altar der Profitgier von den Verbänden auszunehmen.

Aus diesem Grund sehen wir keine andere Möglichkeit, als die Gespräche mit sofortiger Wirkung zu beenden und den Protest noch engagierter als zuvor in die Stadien zu tragen.

Wir sind weiterhin bis in die Haarspitzen motiviert, uns für die Grundwerte des Fussballs und gegen eine weitere Entfremdung des Fussballs durch Korruption, Gutsherrenmachenschaften und Kommerzialisierung einzutreten. Wir sehen es mehr denn je als unsere Verantwortung gegen den DFB und die DFL aufzustehen und wissen zehntausende Unterstützer in den Kurven des Landes hinter uns.

Ihr werdet auch in dieser Saison von uns hören!

Die Fanszenen Deutschlands im August 2018

Statement der Fanszenen Deutschlands

Das Jahr 2017 neigt sich dem Ende entgegen. Eine Zeit geprägt von besonderen Protesten und Ereignissen von der 1. bis zur 5. Liga. Die Proteste richteten sich in erster Linie gegen die sich zuspitzende Entfremdung der Verbände, allen voran DFB und DFL, von der Basis des Fußballs – uns Fans. Betrachtet man die sechs Aktionsspieltage in ihrer Themenbreite und Geschlossenheit, wird jedem, der sich nur ein bisschen mit Fußball beschäftigt und regelmäßig Spiele seines Vereines live verfolgt, bewusst: wir befinden uns in einer Phase der Veränderung.

Der Fußball in Deutschland mit seiner einzigartigen Fanlandschaft, seinen unzähligen Fanszenen, seinen „immer vollen“ Stadien, steht an einer roten Linie.

Die Fans haben den Fußball in Deutschland zu dem gemacht für was er heute bekannt ist und welchen Namen er auf der ganzen Welt besitzt. Im Gegenzug gibt es leider unzählige Beispiele dafür, was den Fans in den letzten Jahren als Rucksack mitgegeben wurde, nur damit die Spirale des Profits immer weiter nach oben gedreht werden konnte. Die Aktionsspieltage seit dem 18.08.2017 haben klar gezeigt, dass nicht nur die Ultras oder „Hardliner“ die Nase voll davon haben, Jahr für Jahr neue Schikanen ertragen zu müssen, nur um ihren Verein zu den Spielen zu begleiten zu können.

Nicht erst seit dem Standpunktgespräch beim DFB am 09.11.2017 in Frankfurt ist uns bewusst, dass man den Fußball wohl nicht von heute auf morgen allumfassend verändern wird. Wir sehen uns aber weiterhin in der Pflicht dafür zu kämpfen, dass die genannte „rote Linie“ nicht überschritten wird. Im Anschluss an das Gespräch haben wir daher Positionspapiere zu den drängendsten Problemen erarbeitet, die wiedergeben, was kurz- bis mittelfristig verändert werden muss.

Diese Papiere haben wir den handelnden Personen des DFB und der DFL als Aufforderung mitgegeben und möchten sie nun auch Euch nicht vorenthalten:

(Die Links führen jeweils zu einem PDF)

1. Kommerzialisierung

2. Stadionverbote

3. Sportgerichtsbarkeit

4. Fanrechte

5. Anstosszeiten

Die nächsten Wochen werden zeigen, wie ernst wirklich eine Veränderung angestrebt wird und ob tatsächlich ein Umdenken stattfindet. Wir sind hochmotiviert, ausdauernd und haben noch so einige Ideen in petto. Wir sehen, hören, riechen, fühlen uns im Jahr 2018!

Die Fanszenen Deutschlands

Für den Fußball, den wir lieben – gegen den Ausverkauf unserer Werte!

(Dieser Text war bereits am vergangenen Samstag Inhalt der Flyer, die beim Wiesbaden Heimspiel rund um das Wildpark-Stadion verteilt wurden.)

Endlich Samstag! Endlich wieder Fußball! Doch halt! In unserem Fall müsste es heißen: erstmals Fußball an einem Samstag – denn wir schreiben schon den 4. Spieltag der neuen Saison und mussten aufgrund der Terminierung unsere Spiele bis jetzt immer freitags oder mittwochs austragen. Der gute alte Samstag ist längst nicht mehr der Tag für den Fußball, was nur eine der schlimmen Entwicklungen in unserem Lieblingssport ist. Denn so wie der Liga-Spieltag von DFB und DFL aus Vermarktungszwecken längst auseinander gerissen wurde, gilt das auch für andere Bereiche im deutschen Fußball.

Obwohl die Vermarktung von unserer lautstarken Stimmung und farbenfrohen Choreographien Woche für Woche DFB und DFL positiv in die Karten spielt, sind kritische Fans jedoch kaum erwünscht: Kritische Spruchbänder werden zunehmend verboten und Schmähgesänge werden mit Geldstrafen belegt. Der KSC kassierte eine fünfstellige (!) Geldstrafe für Spruchbänder gegen RB Leipzig, die im Vorfeld sogar vom Verein genehmigt waren. Nach freier Meinungsäußerung fragt in solchen Momenten niemand mehr. Die „Marke“ Fußball soll tadellos sein, denn dadurch lässt sich mit ihr mehr Geld verdienen. Doch nicht nur wir KSC-Fans sind von dieser Entwicklung betroffen. Deutschlandweit setzen DFB und DFL mittlerweile fragwürdige Methoden und Dinge um:

  • Auftritte von Anastacia in der Halbzeitpause beim letzten Bayern-Heimspiel inklusive 8-minütiger Verzögerung der zweiten Halbzeit sowie ein Helene Fischer-Konzert beim DFB-Pokalfinale – Geht es hier überhaupt noch um Fußball?
  • Weitere massive Zerstückelung der Spieltage: Von der ersten bis zur vierten Liga findet der Spieltag von Freitag bis Montag,  teilweise sogar schon dienstags statt und selbst der eingefleischte TV-Zuschauer hat kein Interesse, sein Wochenende dauerhaft vor dem Fernseher zu hängen.
  • Für 15.000 € können sich Vereine der Regionalliga Südwest für ein Spiel gegen die chinesische U20 vom deutschen und chinesischen Fußballverband kaufen lassen. Wie lange wird es noch dauern, bis Startplätze generell erkauft werden können oder das DFB-Pokalfinale in Peking gespielt wird?
  • Die 50+1-Regel wird mehr und mehr gekippt: in Leipzig ist sie völlig umgangen worden und nun ist sie auch in Hannover praktisch außer Kraft gesetzt. Mitbestimmung im Verein ist auf dem Rückzug und Investoren Haus und Hof geöffnet. Sind wir bald Fan von Karlsruher CocaCola SC?

Dieser Entwicklung gilt es entschlossen entgegen zu treten und den Fußball nicht an geldgierige Funktionäre und Sponsoren zu verlieren. Egal ob bei Profivereinen oder den Amateurclubs in der C-Klasse. Fußball muss Volkssport für jeden bleiben!

Aktuell formiert sich eine breite Allianz aller deutschen Fanszenen und auch wir sind ein Teil davon. Zeigen wir den Verbänden gemeinsam welchen Weg wir für den Fußball einschlagen wollen! Beteiligt euch an den Protestaktionen in den nächsten Wochen – erhebt eure Stimme: Für den Fußball, den wir lieben – gegen den Ausverkauf unserer Werte!

Wie man ein künstliches Horror-Szenario heraufbeschwört, Teil 3

Wir mussten in der Vergangenheit die Erfahrung machen, dass sich unsere Spiele nicht selten dafür instrumentalisieren lassen, sie als künstliches Horror-Szenario darzustellen, die den Spieltag und die Nachberichterstattung erheblich behindern und mit falschen Tatsachen überhäufen. Was sich aber im Vorfeld der gestrigen Partie gegen den SV Sandhausen abgespielt hat, überraschte selbst uns und lässt zahlreiche offene Fragen zurück. Das Horror-Szenario wurde diesmal innerhalb kürzester Zeit konstruiert. Wir müssen die Uhr hierfür gerade einmal knapp zwei Wochen zurückdrehen.

Erster Vorbote des Horror-Szenarios war hierbei die Deklarierung der gestrigen Partie zum Hochrisikospiel. Das Ganze war für uns sehr irritierend, da zu den wenigen Fans des SV Sandhausen überhaupt keine besondere Beziehung besteht. Im Gegenteil: Sandhausen und Umgebung ist Miteinzugsgebiet zahlreicher KSC-Fans und es ist allgemein bekannt, dass diese in der Region deutlich in der Überzahl sind. Darüber hinaus gab es mit der aktiven Karlsruher Fanszene in Sandhausen nie Probleme, Ausschreitungen oder Ähnliches. Selbst Pyrotechnik, was gerne fälschlicherweise synonymisch als „Randale“ bezeichnet wird, wurde noch nie in Sandhausen gezündet. Die Situation wurde von den Verantwortlichen dementsprechend völlig falsch im Vorfeld eingeschätzt. Wo genau der Mehrwert unserer sogenannten szenekundigen Beamten bleibt, ist hierbei fraglich.

Die Deklarierung als Hochrisikospiel zog naturgemäß einige Verbote seitens des Vereins SV Sandhausen mit sich: So wären für uns eine Choreo, Schwenkfahnen, Doppelhalter, Zaunfahnen, Trommeln und Megafone verboten gewesen. Als einziger Grund wurde hierfür angegeben, dass in einem vergangenen Spiel von Gästefans angeblich ein Bierbecher auf das Spielfeld geworfen wurde. Wie aber etwa ein Verbot von Zaunfahnen oder Trommeln das Werfen von Bierbechern einschränken soll, ist uns rätselhaft. Dass die Verbote völlig überzogen waren, scheint zumindest dem DFB aufgefallen zu sein. Auf dessen Druck hin wurden für das Spiel schlussendlich zumindest Trommeln und Megafone erlaubt.

Mit ungutem Gefühl fuhren wir folglich gestern nach Sandhausen und trafen uns wie jedes Jahr an einer nahegelegenen Gaststätte, um der katastrophalen Parksituation am Stadion aus dem Weg zu gehen und legten den restlichen Weg zu Fuß zurück. Dabei wurden wir auch in den vergangenen Jahren von der Polizei begleitet. Was sich aber gestern kurz nach Abmarsch ereignete, ist erneut völlig irritierend. An einem nahegelegenen Friedhof wartete eine komplette BFE-Einheit in voller Montur sowie mit Vermummung auf uns und kesselte uns ein. Ohne Angabe von Gründen mussten wir mehrere Minuten warten und wurden dann zunächst sehr straff und abgeschirmt ans Stadion begleitet. Das Auftreten der Beamten war äußerst aggressiv und vor allem nervös. Die 2 Liter Pfefferspray-Dose hatten die meisten bereits im Anschlag. Es scheint fast so, als ob den Beamten eingeschärft wurde, hier übertrieben hart aufzutreten um ein mögliches Fehlverhalten unsererseits zu provozieren. Zu diesem kam es logischerweise nicht und nach der Hälfte der Strecke waren die Polizeiketten um uns auch nicht mehr allzu eng, da die Beamten realisierten, dass von uns überhaupt keine Gefahr ausging.

Gegen 13:10 Uhr erreichten wir schließlich das Stadion. Das Bild, dass sich uns hier bot, ließ uns nicht zuversichtlich werden, dass wir das Spiel überhaupt noch sehen sollten. Denn die Polizei hatte mehrere „Zelte“ aufgebaut. Was in der Berichterstattung auf sport1 lapidar als „intensivere Kontrollen“ abgetan wurde, trifft den Hintergrund dieser Zelte nicht ansatzweise: Denn hier drin werden sogenannte Nacktkontrollen von den Beamten durchgeführt um sicherzugehen, dass Fans keine verbotenen Gegenstände ins Stadion schmuggeln. Dabei muss man sich vor mehreren Beamten komplett nackt ausziehen, gewisse Dehnübungen machen und sich gegebenenfalls noch in den Allerwertesten schauen lassen. Dieses Prozedere kommt für gewöhnlich vor der Einweisung in ein Gefängnis, bei Terrorverdächtigen oder Drogenschmugglern zum Einsatz. Dass normale Fußballfans sich dessen vor Eintritt in ein Stadion unterziehen müssen, ist völlig grotesk und für uns in keinster Weise tragbar.

In der BRD gilt eigentlich die Unschuldsvermutung, aber diese wird mit solch einer Untersuchung scheinbar außer Kraft gesetzt. Es ist umso erschreckender, dass sich andere KSC-Fans dieser Nacktkontrolle hingaben, denn diese wurden offensichtlich nicht nur bei uns, sondern auch bei anderen Fans durchgeführt. Wir ließen uns – wie bei jedem anderen Spiel auch – von den Ordnern des gastgebenden Vereins zunächst einer Kontrolle unterziehen, die das Abtasten sowie das Durchsuchen der Taschen und der mitgeführten Gegenstände umfasst. Hier war mit den Ordnern bereits geklärt, dass sie uns naturgemäß außerhalb der Zelte vor Einlass ins Stadion kontrollieren können, wir aber die scheinbar bevorstehenden Nacktkontrollen entschieden ablehnen würden. Die scheinbar geklärte Lage wurde jedoch plötzlich brisant, als die vermummten Polizisten sich uns nach der regulären Kontrolle in den Weg stellten und forderten, dass wir uns nun alle den Nacktkontrollen unterziehen müssen. Wir entschieden uns daher geschlossen, an dieser menschenunwürdigen Untersuchung nicht teilzunehmen und traten den Heimweg an. Von den bereits erwähnten Punkten abgesehen, wäre so ein Vorgehen mit allen ca. noch 500 wartenden KSC-Fans vor dem Stadion auch zeitlich unmöglich gewesen.

Die Krönung des Tages war schließlich der Weg zurück an unsere Autos. Diesmal war es die Polizei, die offensichtlich irritiert war, dass wir keine Auseinandersetzungen suchten, und auf dem Marsch zurück völlig nervös und im System eines herumschwirrenden Hühnerhaufens versuchte, sämtliche Straßen abzuriegeln.

Einen verheerenden Abschluss fand diese ganze Farce schließlich in der Berichterstattung auf sport1: Die Nacktkontrollen wurden als „intensivere Kontrollen“ abgetan und Reporter und Polizeieinsatzleiter suggerierten mit ihren Aussagen, dass aufgrund der Tatsache, dass wir diese Nacktkontrollen nicht über uns ergehen lassen wollten, wir auch etwas zu verbergen hätten. Diese Logik ist fatal: Sie setzt die Unschuldsvermutung außer Kraft und beinhaltet de facto, dass nur ein Fan, der sich vor der Polizei vor einem Spiel nackt auszieht auch ein friedlicher Fan ist und überhaupt das Spiel sehen darf, was irgendwo fast an Nötigung grenzt. Die Berichterstattung ist somit sehr erschreckend, da nicht einmal in Erwägung gezogen wird, dass wir uns diesen Maßnahmen schlicht nicht hingeben wollten, da sie vollkommen menschenunwürdig sind – und das sind sie, da gibt es keine Argumente dagegen!

Was von dem gestrigen Tag zurück bleibt ist vor allem Irritation und viele offene Fragen:

  • Mit welcher Begründung wurden sämtliche Materialien verboten?
  • Warum muss erst der DFB intervenieren, damit wenigstens Megafone und Trommeln erlaubt sind?
  • Warum werden selbst kleinen Kindern die Fähnchen abgenommen?
  • Welchen Sinn hat ein Zaunfahnenverbot?
  • Warum werden Nacktkontrollen ausgerechnet bei einem Spiel durchgeführt, bei dem es noch nie zu Zwischenfällen mit der aktiven Fanszene kam?
  • Aufgrund welcher Bedrohungslage und aufgrund welcher Informationen erfolgten diese Maßnahmen?
  • Welchen Mehrwert hat in diesem Zusammenhang überhaupt die Arbeit unserer SKBs?

Würde in irgendeiner Form diese ganze Vorgehensweise mit uns kommuniziert und erläutert werden, könnten wir sie vielleicht in Ansätzen nachvollziehen. Doch das blieb uns bis jetzt verwehrt. Die Ereignisse in Stuttgart können hierfür unmöglich als Erklärung herangezogen werden, denn die beiden Spiele bzw. die Beziehung der beiden Fanszenen stehen in keiner Relation zueinander. Wäre dem allerdings tatsächlich so, ist die Konsequenz daraus katastrophal, denn somit könnte diese Begründung zukünftig für ähnliche Maßnahmen bei jedem Spiel benutzt werden.

Dagegen mussten wir gestern ein Zeichen setzen und entschlossen uns schweren Herzens, das Spiel unseres KSC nicht zu besuchen. Nacktkontrollen werden wir niemals über uns ergehen lassen!

ULTRA1894

Wie man ein künstliches Horror-Szenario heraufbeschwört, Teil 2

Am vergangenen Sonntag erlebte eines der gefürchtetsten Derbys des deutschen Fußballs eine Neuauflage: KSC gegen VfB. Auf allen anderen Ebenen ein erfolgreiches Derby, lediglich das Ergebnis stimmte am Ende nicht. Doch eben dieses sportliche Resultat war in der öffentlichen Wahrnehmung schon im Vorfeld der Partie zweitrangig und ist es in gewisser Hinsicht immer noch. Denn abseits des Spielfelds, soviel war allen Sport-, Polizei- und Medienvertretern in den Wochen vor dem Spiel klar, würden sich grausame Szenen zwischen den gegnerischen Fanlagern bzw. mit der Polizei abspielen. Sie sollten recht behalten. Die Bilanz nach dem Spiel liest sich dementsprechend verheerend: keine physischen Auseinandersetzungen, weder zwischen Fans, noch mit der Polizei, null Verletzte, null Tote, keine Personalienfeststellungen, keine festgesetzten Fangruppen, keine nennenswerten Festnahmen und diesbezügliche Anzeigen oder vorübergehende Ingewahrsamnahmen und erstattete Anzeigen, kein Einsatz von Schlagstock, Pfefferspray oder Wasserwerfer – noch nicht einmal verletzte Polizisten gab es zu beklagen. Etwas enttäuscht resümierte folglich die Onlineausgabe der Pforzheimer Zeitung nach dem Spiel: „Keine Krawalle trüben Fußballspaß beim Derby.“

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Offener Brief an das Präsidium des Karlsruher Sport-Clubs

Wie ihr sicher bereits mitbekommen habt, soll am kommenden Spieltag die Aktion „Wir helfen“ auch auf dem Trikot unserer Mannschaft durchgeführt werden.

Die Aktion ist eine von der BILD-Zeitung geplante Marketing-Kampagne, die unter dem Deckmantel des sozialen Engagements dieser lediglich zu einem Image-Gewinn verhelfen soll. Das wird nicht zuletzt daran ersichtlich, dass der Aufdruck auf den Ärmeln auch das Logo der „BILD“ beinhaltet.

Dass ein Boulevard-Blatt, das durch Hetze gegen Minderheiten aller Couleur regelmäßig Hass und Vorurteile schürt, jetzt plötzlich eine soziale Aktion für Menschen ins Leben ruft, gegen die sie Monate zuvor noch selbst versucht hat, Ängste in der Bevölkerung zu wecken (siehe vor allem die unten stehenden Links), grenzt an Ironie. Zahlreiche Vereine, wie etwa St. Pauli, Union Berlin oder der 1. FC Nürnberg haben den scheinheiligen Charakter dieser Kampagne erkannt und beteiligen sich nicht daran.

Soziales Engagement ist kein Hype und keine Marketing-Kampagne.

Der KSC und seine Fans setzen sich seit Jahren für Mitmenschen ein – ohne kommerziellen Hintergedanken.

Wir stehen für eine bunte und laute Gegengerade, mit den unterschiedlichsten Einstellungen und Ansichten. Wir stehen für unseren Verein und unsere Stadt und auch für die Menschen die dort leben. Beim KSC ist jeder willkommen, der im Herzen blau-weiß ist – egal welcher Nationalität!

Wir lassen uns nicht als Instrument für Marketing-Zwecke missbrauchen und fordern daher das Präsidium unseres Vereins auf, sich nicht an der Aktion zu beteiligen.

Äußerst lesenswert in diesem Zusammenhang:

http://www.stefan-niggemeier.de/blog/768/wie-bild-auslaenderfeindlichkeit-foerdert/

http://www.11freunde.de/artikel/die-dfl-die-bild-und-die-fluechtlinge

Offener Brief an das Präsidium des KSC

Am Samstag startet der KSC in Fürth in die neue Saison. Die Aufbruchstimmung rund um unseren Verein wird jedoch durch den „Randale-Euro“ getrübt. Dieser wird vom KSC immer noch auf alle im Vorverkauf erhältlichen Auswärtstickets erhoben. Zu einem Gespräch über den „Randale-Euro“ zwischen KSC-Präsidium und dem Fandachverband Supporters Karlsruhe ist es bis heute nicht gekommen, obwohl dies vom Präsidium für die Sommerpause zugesagt war.

Wir lehnen Kollektivstrafen entschieden ab und fordern die Abschaffung des „Randale-Euros“. Der Versuch Mehreinnahmen auf dem Rücken der Fans zu generieren, die den Verein jedes zweite Wochenende auch auswärts unterstützen, ist für uns nicht akzeptabel.

Bei Aufrechterhaltung des „Randale-Euros“ werden wir ab dem Spiel beim FSV Frankfurt keine Auswärtstickets mehr im Vorverkauf über den KSC beziehen. Selbstverständlich werden wir trotzdem zu den Spielen fahren und uns Tickets vor Ort kaufen, gegebenenfalls für andere, nicht ausverkaufte Blöcke.

Wir hoffen, dass sich möglichst viele Fans unserem Vorgehen anschließen und mit uns ein deutliches Zeichen gegen Kollektivstrafen setzen.

ULTRA1894

Stellungnahme zur aktuellen Situation

Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, wurde in Ingolstadt kein organisierter Support von uns durchgeführt. Die Gründe hierfür sind in der vom KSC nach dem Spiel gegen RB Leipzig veröffentlichten Stellungnahme zu finden. Darüber hinaus beenden wir vorerst die Zusammenarbeit mit dem Verein auf allen Ebenen, was sich nicht nur auf die Unterstützung im Stadion bezieht.

Wir können nicht einfach zur Tagesordnung zurückkehren und werden unser Verhältnis zu den Verantwortlichen des KSC grundlegend überdenken. Jahrelang haben wir für diesen Verein alles getan: nicht nur durch die organisierte Stimmung und die großangelegten Choreographien, sondern auch durch den Auf- und Abbau beim Familientag, verschiedene Spendenaktionen (wie etwa jene aus dem Hinspiel gegen RB, wobei wir bis heute keine Antwort bekommen haben, wohin der Erlös letzten Endes geflossen ist), die Gestaltung unseres neuen Trikots und zahlreiche Fanartikel, deren Gewinne zu 100 % an den KSC gingen, Plakataktionen zur Spieltagsankündigung sowie Mitgliederwerbung. Um Kosten für den Verein zu sparen, haben wir sogar auf Bitten des KSC die Parkplatzmarkierungen der VIP-Gäste vergangenen Sommer erneuert.

All dies taten wir gerne, selbstverständlich unentgeltlich in wochenlanger Arbeit und aus Überzeugung. Die Verantwortlichen des KSC nahmen diese Dinge auch dankend an. Umso mehr stößt die Reaktion, die der Verein auf die Vorkommnisse rund um das Spiel gegen RB Leipzig gezeigt hat, bei uns auf Unverständnis.

Die Vereinsführung hätte die Möglichkeit gehabt, sich eine differenzierte Sicht der Dinge zu verschaffen. Sei es durch die zumindest bedingte kritische Berichterstattung einiger Medien oder gar durch die jeweiligen Berichte der Polizei. An dieser Stelle sei angemerkt, dass es ausgerechnet die Polizei ist, die die Dinge hier relativiert. Keine Straftaten sind am vergangenen Montag vorgefallen und dementsprechend ermittelt auch keine Polizei. Gleichwohl versucht der Verein aber die Personalien von gewissen „Tätern“ bei der Polizei zu erfragen, was datenschutztechnisch höchst bedenklich ist. Nochmal: Der KSC spricht hier von Ausschreitungen, die nie stattgefunden haben und geht den Falschaussagen einiger Presseberichte und insbesondere Herrn Rangnick auf den Leim.

Es fand also keine sachliche Aufarbeitung der Geschehnisse statt, noch wurden Fanvertreter diesbezüglich eingeladen, bzw. die Fanbetreuung oder das Fanprojekt gehört, wie auch in der Stellungnahme der Supporters zu lesen ist. Dem vom DFB geforderten Dialog zwischen Verein und Fans wurde somit ebenfalls nicht nachgekommen. Bedenklich dabei ist, dass sogar das Angebot einer Klarstellung von Seiten der Polizei ausgeschlagen wurde.

Der Verein scheint sich regelrecht gegen eine objektive Aufarbeitung zu wehren. Der Druck der Medien und des Verbandes scheint zu groß zu sein. Überhaupt ist die Berichterstattung der Medien in Bezug auf das Spiel gegen RB Leipzig höchst fragwürdig: Während etwa in anderen Ländern im Namen des Fußballs und unter Aufsicht der FIFA Menschen für den Bau moderner Fußballarenen sterben, scheint hierzulande gleichwohl ein straftatfreies Zweitligaspiel für mehr Schlagzeilen zu sorgen, als die Menschenrechtsverletzungen in Katar. Dementsprechend ist es traurig, dass auch der KSC Presseberichte unreflektiert übernimmt, auf den Zug der Medienhysterie aufspringt und pauschale Sanktionen ausspricht.

Diese treffen nicht nur einen kleinen Teil der Fanszene, wie es so oft suggeriert wird, sondern bedrohen die gesamte Fankultur wie wir sie lieben und leben. Äußerst dilettantisch erscheint in diesem Zusammenhang, dass der KSC die Ereignisse um das Spiel gegen RB Leipzig dafür benutzt, sogar Fans des 1. FC Kaiserslautern mit Hausverboten für das kommende Heimspiel zu belegen. Ebenso sind Banner und Schmähgesänge schon immer Bestandteil aktiver Fankultur und werden es auch immer sein. Ein rauer Ton ist beabsichtigt, gehört dazu und gibt die Stimmung in der Kurve wieder. Wer damit nicht umgehen kann, hat im Fußball nichts verloren. Besonders die Distanzierung der Verantwortlichen des KSC von Schmähgesängen wirkt etwas infantil. Bis jetzt hielt der Verein so etwas nie für notwendig. Da ausgerechnet nach dem Spiel gegen RB Leipzig dies nun trotzdem stattfindet, wird jenem Konstrukt eine Sonderrolle geradezu anerkannt. Etwas wünschenswerter wäre es eventuell, wenn sich der KSC von diversen Journalisten distanziert, die die eigenen Fans offen als „Deppen“ und „Mischpoke“ bezeichnen oder den Rauswurf von Angestellten des Vereins fordern.

Die Vereinsführung hätte durchaus die Zeit gehabt, kritisch und objektiv Position zu den Aussagen von Herrn Rangnick, dem Bericht der Polizei, der medialen Resonanz und einer möglichen Schilderung von Fanvertretern zu beziehen. Doch dies alles hat ganz offensichtlich nicht stattgefunden. Der KSC bleibt hier das, was er zuletzt immer in kritischen Fragen geblieben ist: farb- und charakterlos. Das einzige, was diesen Verein bunt macht, sind seine Fans.

Deshalb: Ist es zu viel verlangt, wenn man nach diesen Geschehnissen Fanvertreter hört, auf unsere Kritik eingeht und sich nach Lügen eines Herrn Rangnick schützend vor seine Fans stellt?

Der Dialog zwischen dem Verein und uns war zuletzt durchaus gut – nicht zuletzt deshalb, weil der KSC durch unsere Vorschläge an das Marketingteam Profit daraus schlagen konnte. Wir werden dementsprechend den Eindruck nicht los, dass der Verein uns nur braucht, wenn wir auch von Vorteil sind.

Wir fordern für die Zukunft daher, dass ein möglicher neuer Dialog auf Augenhöhe stattfinden muss. Darüber hinaus erwarten wir eine Richtigstellung der Aussagen des Vereins in Bezug auf das Spiel gegen RB Leipzig. Dazu gehört vor allem eine Korrektur der Stellungnahme. So lange diese nicht erfolgt, ist für uns die Zusammenarbeit mit dem Verein beendet. Wie sich unser Auftreten am Sonntag im Stadion gestaltet, entscheidet sich nach einem Gespräch mit dem Verein am Ende dieser Woche.

Denn gesprächsbereit sind wir prinzipiell immer und stellen uns gerne jeglicher Kritik, sei es über unsere Homepage oder persönlich im Fan-Projekt. Allerdings werden wir uns niemals auf Facebook oder in irgendwelchen Internetforen äußern.

Es steht ausdrücklich jedem frei, sich diesem Protest anzuschließen und ein Zeichen zu setzen.

Für den Fußball, den wir lieben und eine Fankultur, die wir leben!

Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher. (Bertolt Brecht)

ULTRA 1894

Ein kleiner Nachtrag noch zur Berichterstattung der Medien: Vielfach wird nun berichtet, der KSC habe als Reaktion auf das Spiel gegen RB Leipzig Stadionverbote ausgesprochen. Das ist jedoch eine absolute Falschmeldung. Denn wer sich auch nur ansatzweise mit der Vergabe von Stadionverboten auskennt, weiß, dass diese laut DFL-Statuten nur nach Einleitung eines polizeilichen Ermittlungsverfahrens ausgesprochen werden können. Und dieses gab es bekanntlich eben nicht.

Wie man ein künstliches Horror-Szenario heraufbeschwört …

Um die Ereignisse der letzten Wochen zusammenzufassen, hier die Fakten:

1.) Beim Spiel des KSC bei den Dortmunder Amateuren versagt die Strategie der Polizei auf ganzer Linie. Im Endeffekt passiert aber nicht mehr als bei zig anderen Spielen auch. Trotzdem dürfen 100 KSC-Fans mit Karten nicht ins Stadion. Doch Presse und Polizei bauen daraus ein Gewalt- und Horror-Szenario auf. Diverse Richtigstellungen von Fans, Fanbetreuung, Fanprojekt und sogar vom KSC selbst werden in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Das Szenario steht …

2.) Aufgrund des von der Polizei und der Presse aufgebauten Horror-Szenarios wird das Spiel des KSC bei den Stuttgarter Kickers ins VfB-Stadion verlegt. Nachdem die cleveren Entscheidungs-Träger auch noch mitbekommen haben, dass zur gleichen Zeit Cannstatter Wasen ist, wird es kurzerhand um vier Wochen verlegt, auf Mittwoch abends um 18.00 Uhr. Gäbe es in Karlsruhe wirklich szenekundige Beamte, wüssten diese jedoch, dass wir zu den Fans der Kickers überhaupt keine besondere Rivalität pflegen. Somit war dieser ganze Aufwand völlig unnötig und willkürlich. Aber dem Ausbau des Horror-Szenarios hilft das natürlich erheblich weiter …

3.) Da man an spielfreien Tagen der Profis gerne unsere Amateure besucht, entschlossen wir uns, das am 07.10. stattfindende Spiel unserer zweiten Mannschaft bei den Stuttgarter Kickers zu besuchen. Wer darin etwas Strafbares sieht, ist dem aufgebauten Horror-Szenario leider völlig erlegen! Doch auch hier schafft es die Polizei, ihr Lügen-Konstrukt aufrechtzuerhalten. Und auch dieses Spiel wird wegen Sicherheitsbedenken abgesagt (von wem eigentlich?).

4.) Daraufhin entschloss sich die Szene, am Sonntag wenigstens einen Ausflug zum Wasen zu machen. Was hier aber am Karlsruher Hauptbahnhof los war, ist nun wirklich der Gipfel. Die Karlsruher Polizei war offenbar ihrem eigenen Sicherheits-Wahn auf den Leim gegangen. Es waren sicher zwei Hundertschaften der Polizei vor Ort, alle Bahnsteige waren abgeriegelt. Und das alles nur, weil wir einen Ausflug nach Ettlingen Wasen machen wollten?

Fazit: 

Was momentan in (Fußball-) Deutschland abgeht, gleicht einer kollektiven Gehirnwäsche. Polizei und Hetz-Presse steuern den Informationsfluss so, dass mittlerweile fast die ganze Bevölkerung glaubt, dass es sich bei Fussball-Fans tatsächlich um eine Vorstufe von Terroristen handelt und man mit allen Mitteln (ob legal oder illegal) gegen sie vorgehen muss. Schließlich steht anscheinend die nationale Sicherheit auf dem Spiel. In Wirklichkeit sollen dadurch lediglich immer willkürlichere und menschenverachtendere Maßnahmen etabliert werden, denn die wirklichen Zahlen und Fakten beweisen, dass sich die Gewalt-Situation in den deutschen Stadien eher verbessert als verschlimmert hat. Doch das interessiert die Sicherheits- und Überwachungsfanatiker nicht. Weg vom Rechtsstaat hin zur Polizei-Herrschaft.

ABER OHNE UNS! 
WO RECHT ZU UNRECHT WIRD, WIRD WIDERSTAND ZUR PFLICHT. 
ULTRAS LIBERI!

Wo und wann auch immer der KSC auf dieser Welt spielt, werden Leute von uns vor Ort sein! Wir werden auch hin und wieder Amateurspiele, Jugendspiele etc. aus besonderen Anlässen wie z.B. Derbys besuchen … Wer das in Frage stellt oder ein Problem damit hat, kann uns am Arsch lecken … Alle anderen sind willkommen.

Stellungnahme: Dortmund II – KSC… wie es wirklich war!

Nachdem die Ereignisse in Dortmund ein paar Tage zurück liegen, möchten wir nun unsere Sicht der Dinge darstellen:

Als unsere Busse in Dortmund ankamen und das Westfalen-Stadion in Sichtweite war, stiegen wir aus, um den Rest zum Stadion “Rote Erde” zu laufen. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits die Dortmunder SKBs und ein Karlsruher SKB anwesend. Ein Polizist auf dem Motorrad wies uns den Weg.

Wie zu erwarten war, fuhren nun mehrere Mannschaftswagen der Polizei auf, um uns zu begleiten. ZU KEINEM ZEITPUNKT sagte man uns, wir seien falsch oder wir sollten anders laufen. Wir bogen MIT DER POLIZEI in eine Straße ab, die zum Stadion “Rote Erde” führte. In dieser Straße wurden wir dann ohne ersichtlichen Grund eingekesselt und ca. 45 Minuten festgehalten. Als es nur noch wenige Minuten bis zum Anpfiff waren, wurde die Gruppe unruhig, da sie pünktlich zum Anpfiff im Stadion sein wollte. Nach einiger Zeit erlaubte uns die Polizei weiter in Richtung Stadion zu laufen. Im Moment, als wir uns in Bewegung setzten, kam von links eine Gruppe Dortmunder Fans vorbei und machte auf sich aufmerksam. Daraufhin hielt uns die Polizei erneut fest.

Es ist für uns unverständlich, dass die Polizei jetzt sogar behauptet, eine Konfrontation mit Dortmund sei abgesprochen gewesen, waren es doch eindeutig sie, die das Kommando zum loslaufen gaben. Dennoch hatte die Polizei immer alles unter Kontrolle und wir mussten nochmals im Polizeikessel warten. Die Begründung der Polizei lautete, dass die Dortmunder immer noch vor dem Stadion stehen würden und wir solange nicht weitergehen dürften.

Letztendlich konnten wir 5 Minuten vor Spielbeginn doch in Richtung Stadion laufen. Auf dem Weg zum Gästeblock begegneten sich beide Gruppen, waren jedoch jederzeit durch einen Zaun und Polizisten getrennt, so dass die Polizei diese Situation relativ schnell unter Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken unter Kontrolle hatte.

Danach bewegten wir uns in Richtung Gästeblock weiter. Da der Anpfiff kurz bevor stand und alle rechtzeitig ins Stadion wollten, entstand am Stadioneingang ein Gedränge, welches durch Ordnungdienst und Polizei aufgelöst wurde. Im Anschluß daran kesselte die Polizei uns und andere Fans, die zwischenzeitlich auch angekommen waren ein und verwehrte ALLEN den Zugang, obwohl alle im Besitz von gültigen Eintrittskarten waren. Dies waren deutlich mehr als 80 Personen. Wie man auf diese Zahl kommt ist uns völlig schleierhaft. Gründe oder Erklärungen Seitens der Polizei gab es nicht!

Trotz der Verwehrung des Eintritts blieb alles ruhig. Allen Personen wurde der Zugang zu Getränken und Toiletten verwehrt. Schließlich setzten sich alle friedlich vor den Block und feuerten die Mannschaft von außen an. Die Polizei zog immer mehr Einheiten zusammen, obwohl es keine weiteren Vorfälle gab und die Situation zu keinem Zeitpunkt hochkochen zu drohte.

Nach Schlusspfiff stießen die Fans aus dem Stadion zu den eingekesselten Fans hinzu und man marschierte in Polizeibegleitung zu den Bussen und machte sich auf den Heimweg. Auf der Heimreise wurden die Busse, über Landesgrenzen hinweg, von mehreren Polizeiautos begleitet, die dem Buskonvoi die Zufahrt zu Rastplätzen und sämtlichen Parkplätzen versperrten. Zu erwähnen ist noch, dass im Supporters-Bus zwei behinderte Fans mitreisten, die dringend eine Toilette benötigt hätten. Dies interessierte die Polizei nicht. Der Behinderten-Betreuer des KSC wird hierzu noch eine Beschwerde schreiben.

Zusammenfassend zu diesem Tag:

1. Wir sind freie Menschen und können aus unseren Bussen aussteigen, WO UND WANN WIR WOLLEN! Dies werden wir auch in Zukunft weiterhin tun.
Hieraus einen Vorwand konstruieren zu wollen, ist für uns nicht nachvollziehbar, da wir in der Nähe des Stadions die Busse verließen und uns die Polizei, wie oben schon erwähnt, begleitete. Auch bestand nie, wie in manchen Presseartikeln zu lesen war, eine Abmachung mit der Polizei, dass wir zu einem bestimmten Parkplatz kommen sollten.

2. Es bestand niemals irgendeine Absprache oder Kontakt mit Dortmundern.

3. Die einseitige Berichterstattung über die Vorkommnisse ist für uns nicht nachvollziehbar! Auch wurde nicht im Vorraus geplant den Gästeblock zu stürmen, da alle im Besitz gültiger Eintrittskarten waren.

4. Am Mittwoch nach dem Spiel gab es ein Treffen, um die Ereignisse aufzuarbeiten. Der KSC nannte dies vermessenerweise „Rapport“. Es handelte sich hierbei jedoch um eine objektive Aufarbeitung dieses Tages und nicht um einen Rapport. Desweiteren lassen wir uns nicht von Angestellten unseres geliebten Vereins als “Vollidioten” bezeichnen. Hier sehen wir Klärungbedarf!
Das Fanprojekt Karlsruhe, die Fanbetreuung sowie Vertreter der Fanszene schilderten die Vorfälle weitgehend genauso, wie oben beschrieben. Der Verein (in Form von Präsident Wellenreuther und sportlichem Leiter Kreuzer) wurde gebeten, diese Vorfälle in einer objektiven Stellungnahme klarzustellen und somit die Anschuldigungen und Falschmeldungen in ein wahrheitsgemäßes Licht zu rücken.

5. Wir erwarten von unserem Verein in Zukunft, dass er sich nach etwaigen Vorfällen zuerst ein objektives Bild macht und sich mit den vorhandenen Kontaktpersonen der “Drei Säulen” in Verbindung setzt und nicht blind der Presse glaubt. Wir fordern einen sachlichen und reflektierten Umgang mit Presseberichten.

ULTRA1894 – Alles für Karlsruhe