Ankündigung zum 09. Spieltag: VfR Aalen – KSC

,,Wir sind weiterhin bis in die Haarspitzen motiviert, uns für die Grundwerte des Fußballs und gegen eine weitere Entfremdung des Fußballs durch Korruption, Gutsherrenmachenschaften und Kommerzialisierung einzutreten. Wir sehen es mehr denn je als unsere Verantwortung gegen den DFB und die DFL aufzustehen und wissen zehntausende Unterstützer in den Kurven des Landes hinter uns.‘‘

So schlossen wir vor rund einem Monat unsere Erklärung zu dem Abbruch der Gespräche mit den Verbänden. Wir führten dabei aus, dass der Beitritt der Fanseite zu einem wie auch immer gearteten ,,runden Tisch‘‘ keine Verbesserung für jene Fanseite mit sich gebracht hat und wohl auch nicht bringen wird. Viel mehr handelte es sich bei den Gesprächen um eine für die Verbände gesichtswahrende Vorgabe von Dialogbereitschaft, ohne dabei jedoch gewillt zu sein, tatsächliche Verbesserungen im Sinne der Fußballfans durchzusetzen. Auch die geleakten E-Mails zwischen DFB-Präsident Reinhard Grindel und seinem Vizepräsident Rainer Koch haben uns gezeigt, dass der Abbruch der Gespräche ein richtiger Schritt war.

Diese Resignation bezieht sich dabei jedoch einzig und allein auf die besagten Gespräche, nicht jedoch auf unseren grundsätzlichen Kampf für einen anderen Fußball. Einen Fußball, der sich an der Basis orientiert, statt die Spirale in immer neue Höhen zu drehen. Der den Fokus auf die Fans legt, statt sich nur nach Investoren, Stakeholdern und dem großen Geld zu richten.

Wenn die Anliegen der Fans in Gesprächen kein Gehör finden, dann vertreten wir sie wieder dort, wo man uns nicht ignorieren kann: In unseren Stadien und Kurven. Wir haben angekündigt, dass man von uns hören wird und setzen das in der kommenden englischen Woche, dem 9. Spieltag in Aalen, um.

In den ersten 20 Minuten der Spiele werden wir auf einen wie üblich organisierten Support verzichten. Stattdessen werden wir unseren Protest in die Stadien tragen und zeigen, dass die große Masse an Fans nicht damit einverstanden ist, was einige wenige Funktionäre mit unserem geliebten Fußball veranstalten.

Über die genaue Ausgestaltung des Protests werden die jeweiligen Fanszenen informieren. Schließt euch den Protesten an, um ein einheitliches und starkes Zeichen zu setzen! Zeigt denen da oben, dass die Fans in den Stadien nicht gewillt sind, immer neue Auswüchse der Kommerzialisierung und Entfremdung in Kauf zu nehmen!

Die Fanszenen Deutschlands im September 2018

Phönix aus der Asche #29

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Das Phönix aus der Asche geht in seine 29. Auflage.

Bereits beim Auswärtsspiel in Osnabrück könnt ihr euch am PS Bus die neue Auflage über die Saison 2017/18 erwerben. Außerdem wird das PadA bei den darauffolgenden Heimspielen erhältlich sein, sowohl im Fanprojekt als auch am Stadion. Gegen einen Unkostenbeitrag von vier Euro bekommt ihr ein 144 Seiten starkes Heft, das dickste PadA aller Zeiten.

Zu lesen und zu sehen gibt es wieder hautnahe Eindrücke, Bilder und Erlebnisberichte der Karlsruher Ultraszene. Dazu zählen verschiedene Schilderungen von Auswärts- sowie Heimspielen, Berichte von diversen Aktionen und Veranstaltungen; wie „Moser rockt!“, „Moser Hilft“, dem „Benny-Cup“ oder Presseberichte verschiedener Zeitungen und vieles mehr. Besonders freuen dürft ihr euch wieder über die zahlreichen Schnappschüsse, die ihren Weg ins PadA gefunden haben.

Viel Spaß beim Lesen, Schmunzeln, Lachen, Betrachten und Nachdenken, euer PadA Team.

Phönix Sons – Ultras Karlsruhe seit 1999

Der Treue Bote – Ausgabe Nummer 2

Der Treue Bote Ausgabe Nummer 2 ist frisch aus der Druckerei eingetroffen. Natürlich nehmen euch unsere Mitglieder in ihren Berichten mit durch die gesamte Rückrunde bis zum Relegationsspiel in Aue – mal ernst, mal euphorisch und mal mit einer großen Portion Ironie. Außerdem werden zwei weitere Gedankentexte sicherlich für die eine oder andere kontroverse Diskussion sorgen. In zwei Interviews werfen wir zum einen ein Auge auf die Fan-Landschaft des benachbarten Pforzheims, zum anderen geben euch mehrere Mitglieder Einblicke in die 15jährige Geschichte unserer Gruppe.

Erwerben könnt ihr das gute Stück beim Heimspiel gegen Jena am Ultrastand oder den mobilen Verkäufern vor dem D1 und am L-Block. Es gilt: ranhalten. Die Auflage ist begrenzt.

Armata Fidelis

Zamme Nausdabbe gegen Jena

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Den traditionellen Saisonabschlussmarsch vom Schloss zum Stadion nutzen wir diesmal, um uns auf die zwei anstehenden Relegationsspiele einzustimmen.
Treffpunkt ist um 10 Uhr am Schlossplatz. Für Getränke (gegen Spende) ist gesorgt. Achtet darauf, dass euer Müll in den dafür vorgesehenen Säcken landet und haltet unsere Stadt sauber!

Am Stadion gibt es noch einen kleinen Rest der KSC-Fahnen vom Paderborn-Spiel.

Nach dem Spiel ist das Fanprojekt dann wieder wie gewohnt, zum Fußball schauen mit Speis und Trank, geöffnet.

 

Neues Polizeiaufgabengesetz in Bayern stoppen!

Mit Sorge blicken wir als Fußballfans derzeit nach Bayern. Voraussichtlich im Mai will die dortige Landesregierung über ein neues Polizeiaufgabengesetz (PAG) abstimmen. Die Gesetzesnovelle beobachten wir bundesweit mit großer Skepsis. Wir befürchten: Das Gesetz könnte für andere Bundesländer Signalwirkung haben – und es wird uns auch als Fußballfans betreffen.

Um was geht es?

Das Gesetz soll die Befugnisse der Polizei in Bayern massiv erweitern. Konkret führt der derzeitige Entwurf den Begriff der sogenannten „drohenden Gefahr“ ein. Das bedeutet: Sobald die Polizei vermutet, dass eine Person zukünftig Straftaten begehen könnte, kann sie umfassende Maßnahmen einleiten. Dafür muss man in der Vergangenheit keine Straftaten begangen haben. Faktisch stellt das neue Gesetz jeden Bürger unter Generalverdacht. Geht es so durch wie derzeit geplant, hätte die Polizei in Bayern nahezu grenzenlose Befugnisse.

  • Die Polizei dürfte auf reinen Verdacht Orts-, Aufenthalts-, und Kontaktverbote aussprechen.
  • Die Polizei dürfte auf reinen Verdacht elektronische Fußfesseln gegen mögliche „Gefährder“ aussprechen.
  • Die Polizei dürfte auf reinen Verdacht die Telekommunikation anzapfen – und das zum Beispiel auch in eigentlich verschlüsselten Nachrichten und Chats.
  • Die Polizei dürfte auf reinen Verdacht Postsendungen abfangen.
  • Die Polizei dürfte in Echtzeit Kameradaten auswerten und die Leute auf den Aufnahmen identifizieren. Zudem sollen Einsatzkräfte mit sogenannten „Bodycams“ ausgestattet werden.
  • Die Polizei hätte die Möglichkeit, beispielsweise über Drohnen, Videos von „Verdächtigen“ zu filmen, ihre Handydaten zu speichern oder ihre Telefon- und Internetverbindungen zu kappen.
  • Die Polizei dürfte nicht mehr nur Maschinengewehre und Handgranaten einsetzen, sondern auch Sprenggeschosse, die aus Schusswaffen verschossen werden können.

Was geht uns das an?

Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass das Gesetz bundesweit Schule machen könnte. Heute Bayern, morgen Deutschland. Andere Bundesländer, wie zum Beispiel Nordrhein-Westfalen, sollen bereits über die Einführung ähnlicher Gesetze nachdenken.

Hinzu kommt, dass wir als Fußballfans nahezu alle vom neuen PAG betroffen sind. Spätestens dann nämlich, wenn wir selbst zu Auswärtsspielen nach Bayern reisen. Schon jetzt treten die Einsatzkräfte dort häufig aggressiver auf, als in anderen Bundesländern. Wir fragen uns: Wie wird das erst mit den erweiterten Befugnissen sein? Schließlich macht das Bayerische Innenministerium gar keinen Hehl daraus: Der Begriff der „drohenden Gefahr“ soll nicht nur auf dem Gebiet der Terrorabwehr gelten. Bedeutet konkret: Auch wir als Fußballfans werden früher oder später unter die Kategorie potenzieller Gefährder fallen. Nicht weil von uns tatsächliche Gefahr ausginge, sondern weil die Polizei in uns „drohende Gefahr“ ausgemacht haben will. Noch ist zudem völlig unklar, wie weit das bayerische Gesetz tatsächlich reichen würde. Wenn eine Mannschaft aus einem anderen Bundesland in den Freistaat reist – dürfte die Bayerische Polizei dann möglicherweise auch die Handys der Gästefans anzapfen? Geht das neue Gesetz in Bayern durch, wäre die Büchse der Pandora hin zum Polizeistaat tatsächlich geöffnet.

Uns ist natürlich bewusst, dass wir als Fußballfans in Deutschland – mit Ausnahme der bayerischen Szenen – nur indirekt Einfluss auf die Politik im Freistaat nehmen können. Es ist uns dennoch wichtig ein gemeinsames Zeichen zu setzen. Das Thema ist von zu großer Bedeutung und Signalwirkung, um es nur regional auszufechten.

Wir fordern deshalb: Neues Polizeiaufgabengesetz stoppen!

Die Fanszenen Deutschlands
April 2018